Quellen für Kreativität auch in Politik und Gesellschaft

Bild von Hans Kolpak

Heute fand ich ein bemerkenswertes Gedicht: "Der alte Brunnen" von Artur Kleemann.

Das Leben schreitet voran - ob ich oder wer auch immer sich Gedanken über etwas macht oder durch bürgerliche Initiative Änderungen hervorruft oder auch nicht. Dies wurde mir gestern im Laufe eines Spazierganges in Ost-Belgien rund um Wahlhorn bei Lontzen bewußt. Dort leben rund 74.000 Deutsche, wovon ich nichts, aber auch rein gar nichts wußte, ja nicht einmal ahnte: http://de.wikipedia.org/wiki/Ostbelgien und http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschsprachige_Gemeinschaft_Belgiens


 Wikipedia-Grafik
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"Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte es zum Königreich Preußen, und Deutsch wurde zur Amtssprache. Im Zuge der Reichsgründung 1871 wurde das Gebiet als Teil Preußens auch Teil des Deutschen Kaiserreichs. Nach dem Friedens-Vertrag von Versailles wurden die „Kreise Eupen-Malmedy“ 1920 als Ostkantone an Belgien abgetreten und bis 1925 durch den General Herman Baltia kommissarisch verwaltet.

Dann wurde in Eupen und Malmedy eine Volksabstimmung durchgeführt, in der es um die Frage ging, ob die Region permanent von Deutschland abgetrennt werden und zu Belgien gehören sollte.

Allerdings war diese Abstimmung nicht wie vertraglich bestimmt geheim, vielmehr wurden Name und Anschrift jedes Wählers erhoben. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Ergebnis der Abstimmung massiv durch die Furcht vor Ausweisung oder anderen Repressalien seitens der Baltia-Verwaltung beeinflusst wurde. Da die ersten Protestierer unter großen Druck kamen (Ausweisung, Ausschluss vom Geldumtausch und bei der Verteilung von Lebensmittelkarten, Entlassung u.a.), wagten nur 271 der 33.726 Wahlberechtigten ihre Eintragung.

Nach einer fünfjährigen Übergangszeit unter der Regierung des königlichen Hochkommissars General Herman Baltia wurde das Gebiet um Eupen, Malmedy, St. Vith und Neutral-Moresnet (Kelmis) 1925 in den belgischen Staatsverband eingegliedert. Während der Zeit von 1918 bis 1925 unterlagen die ostbelgischen Medien der Zensur.

Zu dieser Zeit entstanden pro-Deutsche politische Organisationen wie die Heimattreue Front oder die Christliche Volkspartei."

Bemerkenswerte Meldungen

9. Oktober 2010 | Belgiens Staatskrise vertieft sich: "Seit April hat die belgische EU-Präsidentschaft keine Regierung mehr und die Dauerkrise weitet sich in dem zerfallenden Land weiter zur Staatskrise aus."

25. Juli 2010 | Deutschsprachige Belgier: Zurück nach Deutschland?

28. Dezember 2010 | Belgien: Kaum jemand will Anschluss an Deutschland

13. Januar 2011 | Von der Lähmung zur Spaltung?: "Als sich Belgien 1830 von den nördlichen Niederlanden abgespaltet hatte, wurde Französisch alleinige Amtssprache. Zwar hat die flämische Sprache schrittweise aufgeholt und ist offiziell längst gleichberechtigte Amtssprache, doch Verwaltung, Justiz und Kultur sind nach wie vor Französisch geprägt. Dazu kam die wirtschaftliche Vorherrschaft des frankofonen Südens. Noch bis vor 60 Jahren wurde das Geld in der Wallonie verdient. Hier war die Schwerindustrie. Kohle und Stahl sicherten Wohlstand und Staatseinkommen. Die belgische Wirtschaft war Französisch dominiert. Flämisch, das war die Sprache der Bauern und der Dienstboten."

7. Dezember 2011 | Eupen, Malmedy, Sankt Vith und Kelmis (Neutral-Moresnet)

13. Januar 2012 | Lambertz zu Gast in flämischer Talkshow: "Dabei wurde u.a. deutlich, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft im Innern des Landes noch unbekannt ist."

20. Januar 2012 | Forschungsarbeit von Anneleen Vanden Boer - Etikett der letzten Belgier ist nicht ganz richtig: "Auf die Frage »Wohin mit der DG nach einer Spaltung Belgiens?« wählen 11,1% der befragten deutschsprachigen Belgier aus der DG die Wallonie; 45,5% wählen das Großherzogtum Luxemburg. 20,6% entscheiden sich für einen unabhängigen Staat. Es ergibt sich ein entscheidender Unterschied zu den Antworten einer Grenz-Echo-Studie von 1992: Damals entschieden sich noch 48% für Wallonien und nur 22% bevorzugten das Großherzogtum."

18. September 2012 - pdf-Datei | Regierungserklärung zur Lage der Deutschsprachigen Gemeinschaft: "Auf föderaler Ebene wurde im vergangenen Sitzungsjahr die erste Phase der sechsten Staatsreform vorangetrieben, die vor allem durch die Spaltung des Bezirks Brüssel-Halle-Vilvoorde, die Reform des Senats und die Einführung der konstitutiven Autonomie für die Region Brüssel und die Deutschsprachige Gemeinschaft geprägt war."

23. November 2012 | PR-Brief löst Krise zwischen Belgien und Schweiz aus

Kommentar: Brüssel wird der EU-Zwerg-Staat, der zu sein sie verdient, erstickt an sich selbst und läßt alle EU-Mitglieder in Ruhe. Die Franzosen schließen sich Frankreich an und die Niederländer den Niederlanden. Ostbelgien bildet die Keimzelle für Deutschland, falls sich irgendwann die BRD abwickelt.

Das Unrecht an Eupen-Malmedy