Einkommensteuer im Deutschen Kaiserreich

Bild von Hans Kolpak

Panzerknacker und ein Finanzamt

Sind Fenster und Türen im Wohnhaus genauso gut gegen Einbrüche gesichert wie die eines sehr guten Garagentores? So sollte es sein. Doch selbst Menschen mit einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro sparen an solider Mechanik und wundern sich, wenn Einbrecher sekundenschnell eindringen und leicht tragbares Diebesgut minutenschnell aus dem Haus entfernen. „Ich kriege jede Tür und jedes Fenster in drei bis zu 30 Sekunden auf“, prahlte Nebojsa M. (39) vor Gericht. [1]

Auch wenn 202 Einbrüche dieser Panzerknackerbande zugeordnet werden konnten, blieben sie von 2004 bis 2013 unentdeckt und erbeuteten Gegenstände im Wert von 2,4 Millionen Euro. Und vor Gericht gaben die verurteilten Einbrecher zu, wie sie „vorgefahren“ sind: „Stets achteten sie auf kurze Fluchtwege zur Autobahn und mieden Häuser mit Kameraüberwachung.“ [1]

Schließlich wurde ihnen eine Alarmanlage zum Verhängnis, weil ihr Chauffeur schwache Nerven hatte. Auffällig fuhr er mit quietschenden Reifen davon, was einen Passanten veranlasste, sich das Autokennzeichen zu notieren. Damit fanden die vielen Beutezüge in München und in Ingolstadt dank der polizeilichen Ermittlungsarbeit ihr Ende. Bemerkenswert ist, wie die Bande an die 100.000-Euro-Adressen gelangte. Die Ehefrau des Bandenführers arbeitete bei einem Finanzamt als Datentypistin. Sie schrieb einfach die Anschriften auf Notizzettel und übergab sie ihrem Gatten. [1]

Ein Staat ohne Einkommensteuer

Gäbe es nur Umsatzsteuer, die von Unternehmen abgeführt wird, existierten überhaupt keine Privatanschriften bei Finanzbehörden. Dann hätten sich die Einbrecher etwas anderes ausdenken müssen. Immerhin wirft eine Staatsquote von 50 bis 70 Prozent ebenfalls Fragen auf. Wofür brauchen die Finanzbehörden so viel Geld? Was ist so teuer, dass es finanziert werden soll? Etwa die Demokratie? Gleichzeitig schreitet die Überschuldung von Behörden unaufhaltsam voran.

Was wie eine Utopie anmutet, ist durchaus realistisch: Ab 1. Oktober 2017 könnte die Einkommensteuer in sämtlichen Erhebungsformen entfallen. Vorübergehend betrüge die Umsatzsteuer einheitlich 25 Prozent. Zug um Zug fielen auch alle anderen Steuerarten, Abgaben und sonstigen Zahlungen an Behörden ersatzlos weg. Es gäbe keine Steuervorteile und keine Subventionen mehr. So entfielen Personalkosten, Kapitalkosten und Schuldendienste der Behörden. Jedes Jahr würde geprüft, um wieviel Prozent der Umsatzsteuersatz gesenkt würde, bis voraussichtlich fünf Prozent erreicht wären. Das Konzept "einfache Steuer" der Deutschen ZivilGesellschaft stammt aus dem April 2008, wurde damals aber verworfen. [2]

Am 26. November 2016 schrieb Andreas Unterberger unter dem Titel „Zaubermittel Mehrwertsteuer“: „Der Tausch von Einkommen- beziehungsweise Körperschaftssteuer mit Konsumsteuern hätte jedoch eindeutigen Charme. Vor allem für das einführende Land selber: Beim Konsum trifft man immer auch viele ausländische Produkte, insbesondere die von Trump so verteufelten Industrieerzeugnisse aus China. Bei einer Senkung von ESt und KöSt begünstigt man hingegen primär inländische Wertschöpfung. Damit könnten die USA die von Trump versprochenen neuen Arbeitsplätze schaffen. Damit würde unternehmerische Aktivität spürbar gefördert. Warum gehen nicht viele Länder in diese Richtung? Erstens, weil alle Regierungen populistisch den kurzfristigen Schock des Ansteigens von Konsumpreisen fürchten. Und zweitens, weil linke Ideologen immer argumentieren, dass Menschen mit niedrigerem Einkommen einen höheren Anteil ihres Einkommens in den Konsum stecken als andere. Nur: Wenn hohe ESt- und KöSt-Sätze dazu führen, dass immer weniger Menschen überhaupt ein Markteinkommen erzielen, dann dürfte klar sein, dass das ein Irrweg ist.“ [2] Mit ein wenig Nachdenken kann der Staat selbst den Kriminellen das Wasser abgraben. Doch gegenwärtig gibt es keinerlei Ansätze, in dieser Richtung vorzugehen, um wie im Deutschen Kaiserreich eine minimale Steuerlast zu erzielen. [3]

Einkommensteuer im Deutschen Kaiserreich

„Nach der Miquelschen Steuerreform von 1891 änderte sich so einiges im Deutschen Reich. Miquel ersetzte die damals übliche Willkür bei der Steuerschätzung durch eine alljährlich abzugebende Steuererklärung und schaffte auch mit der Einteilung in Steuerklassen mehr Steuergerechtigkeit. Die heute von vielen als ungerecht empfundene Steuerprogression geht auch auf ihn zurück. Aber sie erstreckte sich von einem Eingangssteuersatz in Höhe von 0,62 Prozent für Jahreseinkommen von 900 bis 1.050 Mark und bis zu sage und schreibe vier Prozent für Einkommen über 10.000 Mark.“ [4]

Von solchen Prozentsätzen können deutsche Steuerzahler im Jahr 2017 nur noch träumen. Um 1900 betrug der Monatslohn eines Chemiearbeiters etwa 120 Mark, woraus sich etwa 10 Mark Einkommensteuer jährlich ergaben. [5] Der Wegfall von Einkommensteuer, Steuervorteilen, Subventionen und Förderungen würde einen riesigen kostenträchtigen Verwaltungsaufwand für die Finanzbehörden und die Steuerzahler ersparen. Sie würde einen Großteil der Steuerindustrie samt Steuerberater und Justiz überflüssig machen. Wie verbohrt sind Menschen in Deutschland, dass sie eine Staatsquote von 50 bis 70 Prozent klaglos hinnehmen und dieselben Einheitsparteien immer und immer wieder wählen?

Quellen:

[1] www.kurzlink.de/199-Einbrueche
[2] www.dzig.de/einfache-Steuer
[3] www.youtube.com/watch?v=cDsXQeqvWVU
[4] www.kurzlink.de/4-Prozent
[5] www.kurzlink.de/1900

Totale Besteuerung des bürgerlichen Lebens - Finanzamt oder "Inkasso Deutschland"

Ein Zusammenschnitt der aktuellen Sachbuchvorstellung zu "Total besteuert" (eher total bescheuert, im Sinne von irrsinnig, unvernünftig) und beschreibt Beobachtungen und Recherchen zum Verhalten in der Besteuerungsdurchführung durch die Finanzämter und eine einseitig ungerechte Steuerpolitik. Die Aufnahmen entstanden als Mitschnitt der Radiosendung "Fragen an den Autor" mit Dr. Jürgen Albers vom Saarländischen Rundfunk.