Der Agenturschwindel zu Hartz IV ist ein Armutszeugnis!

Bild von Hans Kolpak

Volker Pispers - Zusammenfassung der Wirtschaft im Herbst 2011

Wie geistlos sind Redakteure und Journalisten eigentlich, die eine aufgebauschte Agenturmeldung kopieren? Dabei ist doch nichts leichter, als den Bericht der Bundesagentur für Arbeit zu lesen, statt ihn zu interpretieren. Leider ist er noch offline.

Wenn ein Hartz-IV-Empfänger von tausend sich mit den Formblättern nicht zurechtfindet, dann ist er noch lange kein Mensch, der sich Leistungen erschleicht, sondern er ist normal. Es gibt eine Quelle im Netz, bei einem Unternehmen des Bundes, die fein säuberlich die Stimmungsmache des Medienchores chronologisch sortiert vorhält: t-online. Dort kann jeder nachlesen, was er glauben soll. Und wer nur die Bilder anschaut und die Überschriften liest, erfährt niemals, daß eine Prozentzahl von 1,8 auf 1,9 gestiegen ist. Die Zahl ist ohne praktische Bedeutung, weil sie nicht geeignet ist, die Situation zu erfassen.

„Die Bundesagentur selbst warnte davor, die von ihr präsentierten Zahlen »überzubewerten«. In der Bilanz heißt es, der »Leistungsmißbrauch« sei »in Relation zu der Anzahl der Hilfsbedürftigen und den Gesamtausgaben relativ gering verbreitet«.“ jungewelt.de

Viel spannender ist in dem Zusammenhang ein von ZensUrsula angekündigter Neusprech. Sie ist jetzt als KonjunktUrsula im Einsatz bzw. als Bundesarbeitsministerin. Ursula von der Leyen (CDU) heißt sie: "Das Wort Hartz IV ist sehr negativ besetzt. ... Ich finde, man darf so ein Wort oder einen Namen nicht von oben verordnen, sondern das muss sich entwickeln" Es müsse "ein fließenderer Übergang"eingeführt werden, "dass man, wenn man mehr arbeitet, mehr davon behält", sagte die Ministerin. In der zweiten Jahreshälfte werde es eine Neuregelung geben, kündigte die Ministerin an. [4] Nebenbei: Das Eigenschaftswort „fließend“ ist nicht steigerungsfähig. Entweder das Geld fließt oder der Geldfluß stockt.

Wie wäre es mit einer Kolumne „Neues von der Leyerkaste“? Ein bei Schwarzarbeit erwischter Leyerkastenmann kann zu Leyenhaft verurteilt werden. Der Phantasie für neue Begriffe sind keine Grenzen gesetzt. Gefordert sind die Leyenhäftlinge, denn die Redakteure und Journalisten haben einfach zu wenig Zeit. Sie kopieren leyenhaft Agenturmeldungen.

Die Fachkräfte in Wirtschaft und Verwaltung stehen dann den Leyenkräften (Hartz IV Empfänger) und die festangestellten Mitarbeiter den Leykräften (Zeitpersonal) gegenüber. Wer raus aus dem Spiel ist, erhält das Leyen-Gehalt (Hartz IV) als Pendant zum Facharbeiter-Gehalt. Einem Neusprech für die sozialen Lager des deutschen Volkes steht nichts im Wege.

Was passiert, wenn eine Agenturmeldung umformuliert wird? Schlimmes, wie die Meldung von BILD beispielhaft zeigt. Wen wundert es, daß viele Chefredakteure Angst vor Fehlern haben?

 

KonjunktUrsula: Das leyenhafte Getöse um das hausgemachte Hartz-IV-Debakel

Es scheint, als folgten seit Monaten die Meldungen rund um das Arbeitslosengeld II einem Marketingplan politisch Verantwortlicher. Psychologen, Soziologen und Ärzte sollten um die intensive bedeutungsvolle Bindung zwischen Müttern und ihren Kindern wissen. Mütter sehen sich oft gezwungen, Geld zu verdienen und die Aufsicht über ihre Kinder anderen Menschen zu überlassen. Viele Kinder werden daher nie geboren, weil Niedriglöhne und Niedriggehälter für Väter und Mütter so gering ausfallen. Bei einer Staatsquote von 50 Prozent wundert das niemanden mehr. Das deutsche Volk wird immer kleiner und schwächer. Die meisten politischen Ideologien fördern diese Entwicklung mit aller Kraft.

Das Kurieren von Symptomen verspricht mehr Wählerstimmen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai 2010. Doch nur die Arbeit an den Ursachen kann den Schuldenberg der Öffentlichen Hand schmelzen und die komplizierten bürokratischen Prozeduren vereinfachen. Allerdings wird mit der Arbeit an den Ursachen Wahlkampf überflüssig. Regierungen und Oppositionsfraktionen hätten alle Hände voll zu tun, die Herausforderungen zu meistern. Für leere Versprechungen hätten sie keine Zeit mehr. Doch so weit ist es noch nicht.

Noch ist das Bundesverfassungsgericht (Grundgesetzgericht) damit befaßt, die Arbeit der Bundesregierung im Rahmen des Grundgesetzes (keine Verfassung) am 9. Februar 2010 zu kritisieren: Regelleistungen nach SGB II ("Hartz-IV-Gesetz") nicht verfassungsgemäß. Da es keine Verfassung gibt, schweben einige grundsätzliche Fragen frei im öffentlichen Raum.

Den meisten Steuerzahlern ist nicht bewußt, daß es Ursachen und Wirkungen gibt. Sie glauben immer noch an Märchen von schicksalshaften Verwicklungen und gottgewollten Verstrickungen. Mehr Öffentlichkeit für volkswirtschaftliche, betriebswirtschaftliche und juristische Zusammenhänge zu wecken, ist die Motivation für ein wachsendes Team von Fachautoren auf DZiG.de . Das Bestreben ist, öffentlichen Freiraum für die herrschenden Eliten zu schaffen, die Kritik Unwissender zurückzudrängen und das Wohl des deutschen Volkes zu mehren.

 


 

Die folgenden Meldungen von Google News aus dem deutschen Sprachraum werden automatisch fortlaufend aktualisiert und sind kein redaktioneller Bestandteil von DZiG.de .

Google News: "Hartz-IV"

Google News

 


 

23. October 2017 8:38


ZEIT ONLINE

"Warum sollte die FDP nicht die Partei der Hartz-IV-Empfänger sein?"
ZEIT ONLINE
Im Wahlkampf waren Liberale und Grüne Lieblingsfeinde, für eine Jamaika-Regierung müssen sie jetzt zusammenkommen. Ein Streitgespräch über Freiheit und Gerechtigkeit. Interview: Imre Balzer und Fabian Federl, Berlin. 23. Oktober 2017, 20:37 Uhr 258 ...

 


 

23. October 2017 7:00


RP ONLINE

Arm an Chancen
RP ONLINE
Wenn man die wachsende Kinderarmut in Deutschland beklagt, darf man auch nicht vergessen, dass immer mehr Flüchtlingsfamilien Anrecht auf Hartz IV haben und damit auch unter die Armutsdefinition fallen. Auch ihnen muss der Weg in den Arbeitsmarkt ...

und weitere »

 


 

23. October 2017 12:41


t-online.de

Tausende Hartz-IV-Bezieher in MV von Sanktionen betroffen
t-online.de
Die Jobcenter kürzen jeden Monat mehreren tausend Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Hartz-IV-Leistungen, weil sie sich falsch verhalten haben. Im Juni waren 3,2 Prozent aller 116 600 Bezieher betroffen, weil sie zum Beispiel die Aufnahme ...
Linke kritisiert Hartz-IV-SanktionenNDR.de

Alle 2 Artikel »

 


 

23. October 2017 10:00


Berliner Kurier

Interview mit Dilek Kolat: Wer pflegt, darf nicht in Hartz IV landen ...
Berliner Kurier
KURIER sprach mit Gesundheitssenatorin Dilek Kolat.

und weitere »

 


 

23. October 2017 8:10


DIE WELT

Jeder dritte Alleinerziehende lebt von Hartz IV
DIE WELT
Bei Alleinerziehenden in Deutschland ist das Risiko der Verarmung deutlich angestiegen, knapp 37 Prozent beziehen Hartz IV. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie selbst mit guter Qualifikation kaum eine Chance. 125 Kommentare. Anzeige. Das Armutsrisiko ...
Alleinerziehende leben immer öfter in Armutneues deutschland
Sozialdienst katholischer Frauen zur Armut in Deutschlanddomradio.de
Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden steigt – schon die ...Huffington Post Deutschland
Main-Echo
Alle 15 Artikel »

 


 

21. October 2017 2:01


Ostthüringer Zeitung

Über die CDU raus aus Hartz IV – Jena | OTZ
Ostthüringer Zeitung
Jena. Bei der Bundestagswahl hat es für Michael Gruner nicht ganz zum Einzug in den Bundestag gereicht: Mit 556 Erststimmen lag der Hartz-IV-Empfänger im ...

und weitere »

 


 

19. October 2017 9:30


DGB streitet um Positionierung zu Hartz IV
neues deutschland
In der Stellungnahme der Rechtsabteilung finden sich sämtliche Argumente der Hartz-IV-Kritiker_innen. Sehr detailliert stellten die Verfasser_innen der Erklärung klar, wie mit den Hartz-IV-Gesetzen ein politisch gewollter Niedriglohnsektor in ...

 


 

19. October 2017 9:22


Hartz IV - Gegen Stammtischpolitik
Freitag - Das Meinungsmedium
Anique ist 25 (Name und nachfolgende Familie erfunden) und hat es nicht leicht. Sie und ihre Kinder beziehen Hartz IV. Anique hat Einzelhandelskauffrau gelernt, aber seit damals der Laden pleite ging, hat sie keine Arbeit mehr gefunden. Ihr ...

 


 

13. October 2017 6:40


SPIEGEL ONLINE

Hartz IV: Trinkgeld gilt als Einkommen, Aufstocker müssen es ...
SPIEGEL ONLINE
Das Trinkgeld im Job gilt als Einkommen, hat ein Sozialgericht entschieden. Hartz-IV-Aufstocker müssen es bei ihrem Freibetrag berücksichtigen, ...

und weitere »

 


 

13. October 2017 1:40


n-tv.de NACHRICHTEN

"Vom Munde abgespart": Auch von Hartz IV Erspartes nicht sicher ...
n-tv.de NACHRICHTEN
Wer Hartz-IV-Leistungen erhalten möchte, muss finanziell hilfsbedürftig sein. Etwas Gespartes dürfen Antragsteller allerdings besitzen. Doch dafür gelten ...
Hartz IV-Empfänger dürfen angespartes Vermögen nicht behaltenB.Z. Berlin
Im 1. Halbjahr - Fast 500 000 Hartz-IV-Sanktionen - Politik Inland ...BILD
Hartz IV Bezieher dürfen nicht sparengegen-hartz.de
Finanzen.net -MiGAZIN
Alle 9 Artikel »