Belgien und Deutschland: Auflösen Verschwinden Entschulden

Bild von Hans Kolpak

26. Januar 2016 | Schäuble gibt deutsche Sparguthaben als Pfand für Euro-Risiken frei

Das kritische Zeitfenster, das zu einem veritablen Crash in der Euro-Zone hätte führen können, hat Schäuble mit seiner offiziellen Position geschlossen. Die deutschen Sparer werden, ohne gefragt zu werden – und sogar ohne es überhaupt zu wissen – zu den neuen Banken-Rettern. Schäuble seinerseits hat mit seiner Mitteilung den Euro gerettet. Wie viel die Operation kosten wird, werden die deutschen Sparer ab 2024 erfahren. Vielleicht haben sie Glück – und das von allen erhoffte Wunder der Genesung der Banken tritt wirklich ein. Immerhin: Für diejenigen, die die Zeichen der Zeit lesen wollen, besteht jetzt die Möglichkeit, zu disponieren. Für alle anderen gilt: Wer in diesem Spiel die Augen vor der Realität verschließt, den straft die Geschichte.

21. Dezember 2010 | Deutschland schreibt 2014 schwarze Zahlen - "Bereits 2014 seien die öffentliche Haushalte strukturell ausgeglichen, prognostizieren die Wirtschaftsforscher."

Die geistige Verwirrung in diesem unserem Land ist wahrlich so groß, daß sie gar nicht mehr wahrgenommen wird!

Erst wenn ALLE Schulden bedient sind, ist Tinte für schwarze Zahlen da!!!

Wer eine getilgte Monatsrate mit einem getilgten Darlehen gleichsetzt, LÜGT !!! Die Schulden müssen den Einnahmen gegenübergestellt werden. Es gibt keinen ausgeglichenen Haushalt der Bundesregierung, aber es gibt Wortschöpfungen, welche die Lage verschleiern.

Eine Lüge durch Mandatsträger ist nicht durch die Immunität gedeckt.

05.10.2008 - Merkel und Steinbrück im Wortlaut: "Die Spareinlagen sind sicher"
"Steinbrück: 'Ich möchte gerne unterstreichen, dass wir in der Tat in der gemeinsamen Verantwortung, die wir in der Bundesregierung fühlen, dafür Sorge tragen wollen, dass die Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren.'" (Kommentar: Jeder Sparer darf einen Euro behalten. Alles andere verfällt!")

04.08.2010 - Steinbrück räumt Fehler ein
"Lamby: Steinbrücks schwierigster Moment während der Finanzkrise war eindeutig der 5. Oktober 2008. Dem Minister lagen damals Indizien vor, dass in den Bankautomaten das Geld knapp wurde und die deutsche Bevölkerung aus Angst vor einem Finanzkollaps eine Art Bankensturm unternehmen würde. Daraufhin ist der damalige Finanzminister gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel im Kanzleramt vor die Presse gegangen. Er und Merkel haben der Bevölkerung damals gesagt, dass ihre privaten Spareinlagen sicher seien. Steinbrück war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands von diesem Pressestatement abhängt. Es kam auf jedes Wort an, denn hätten die Bürger nicht auf diese Worte vertraut und stattdessen ihre Einlagen abgehoben, wären die Banken zahlungsunfähig gewesen. "

13.09.2010 Wirtschaftspolitik: Es war ein Erdbeben
"Steinbrück: Es gab eine spürbare Verunsicherung, und die Leute begannen, ihr Geld von den Banken abzuheben. Dadurch sank die Liquidität der Kreditinstitute, was wiederum das Vertrauen in die Banken untergrub. Es drohte ein Teufelskreis, weswegen Kanzlerin Merkel und ich uns schließlich zu jener berühmten Erklärung entschlossen haben, alle Spareinlagen staatlich zu garantieren. Es hat funktioniert. Fragen Sie mich nicht, was passiert wäre, wenn es nicht funktioniert hätte.
...
Wir wussten, dass wir uns auf dünnem Eis bewegen. Um es deutlich zu sagen: Für eine solche Zusage fehlte uns eigentlich die Legitimation. Es gab keine Rechtsgrundlage und keinen parlamentarischen Rückhalt. Ich wundere mich bis zum heutigen Tag, dass die Parlamentarier hinterher nie gefragt haben: Um Gottes willen, was habt ihr da eigentlich gemacht?"

16.12.2010 - Merkel erneuert Garantie an deutsche Sparer
"Die entsprechende Garantie, die sie und der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück vor zwei Jahren demonstrativ abgegeben hatten, sei weiter gültig, sagte Merkel der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. 'Was Herr Steinbrück und ich vor gut zwei Jahren gesagt haben, gilt und hat sich ja auch bewahrheitet.'"

Kommentar: Ist da überhaupt noch Eis oder nur heiße Luft? Es gab am 5. Oktober 2008 keinerlei parlamentarische Legitimation, Hunderte von Milliarden oder 2 Billionen Euro Sparguthaben zu garantieren. Auch heute, am 16. Dezember 2010, fehlt eine solche Legitimation! Ist der Ofen aus? Warum werden wir erneut belogen?

 

Ein sinntragender weitreichender Kommentar bestätigt meine Intuition. Die Welt schreibt am 16. Dezember 2010 unter dem Titel "Eurokrise könnte Kernschmelze bei Banken auslösen": "Dies hat mit der sich zuspitzenden Euro-Schuldenkrise zu tun. Sie hat potenziell das Zeug, eine Kernschmelze im Finanzsektor auszulösen. Deutsche Banken halten riesige Bestände von Anleihen an den hochverschuldeten europäischen Peripheriestaaten. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) waren es Mitte des Jahres spanische Anleihen im Wert von 164 Milliarden Euro, irische im Wert 141 Milliarden Euro, griechische in Höhe von 49 Milliarden Euro, portugiesische von 33 Milliarden Euro. Rechnet man noch italienische Papiere hinzu, ergibt sich ein Risiko-Engagement im Gesamtvolumen von rund einer halben Billion Euro. "

Wenn ein Gebilde aufgelöst wird, gibt es niemanden mehr, der es vertritt und haftet. So wird es am 5. Dezember 2010 für Belgien diskutiert und so habe ich es am 19. Februar 2010 für die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH vorgeschlagen.

So etwas zu lesen, macht mich einerseits sprachlos, andererseits bestätigt solch ein Beispiel meine Überlegungen. Immerhin titelte WELT-ONLINE am 10. Juni 2010: Anzahl der Bundesländer soll auf acht sinken. Der Artikel stammt nicht von mir.

Die Macht von Gedanken aller Menschen auf diesem Planeten wird oft unterschätzt. Gedanken haben eine andere Qualität als Zwänge durch Befehle, Knüppel und Schußwaffen.

Schaumerma. Die Bondaffen wachen langsam auf. Die Zinssätze für Staatsanleihen steigen und steigen und steigen: PigBonds.info. Die Kurse von Gold und Silber lassen sich nicht mehr drücken. Sie steigen und steigen und steigen ...

Welche Funktion oder gar Macht haben die nationalen Parlamente hierbei? Keine. Siehe hierzu den Kontrapunkt von tagesspiegel.de am 26. November 2010: Regierungsauftrag: Entwertung des Bundestages.

Der SPIEGEL wird von Tag zu Tag deutlicher, doch der deutsche Michel schläft:

Warum Europa den Schuldenschnitt braucht

6. Dezember 2010
"Da wäre es für Angela Merkel hochwillkommen, wenn sie sich an der Heimatfront ein wenig Entlastung verschaffen könnte - durch das, was Fachleute "Gläubigerhaftung" nennen: Die bösen Buben von den Banken, die den klammen Euro-Staaten all das Geld geliehen haben, sollen mitbluten. Euro-Land solle nicht länger, so Merkel öffentlich, ein "Schlaraffenland" sein für die Geldhäuser, die hohe Zinsen für ihre Anleihen kassierten, ohne im Pleitefall mitzuhaften.

Es wird, wie bekannt, so nicht kommen. Wieder einmal hat Berlin sich in Brüssel nicht durchsetzen können, nicht gegen die vermeintlichen Freunde aus Frankreich und nicht gegen die übrigen Europäer. Nur im "Extremfall", bei einer regelrechten Insolvenz, sollen die Banken künftig mitzahlen. Bei schlichten Zahlungsschwierigkeiten sollen sie "ermutigt" werden, ihre Staatsanleihen doch länger zu halten. Ha, ha."