Hongbi aus China: Die Weichen vom Greenback zum Redback sind gestellt

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Volkswirt Amend: Renminbi als neue Leitwährung?

16. November 2015 | Der Internationale Währungsfonds will den chinesischen Renminbi als fünfte Leitwährung in den internationalen Währungskorb aufnehmen. Was würde dies für den Renminbi bedeuten?

Die chinesische Währung Renminbi oder Yuan ist die aufgehende Sonne am vernebelten Weltwährungshimmel. Während die Tage des US-Dollar gezählt sind und der Euro nur weniger schwach als der US-Dollar ist, wächst der Druck, eine verläßliche Währung mit Weltgeltung zu nutzen.

Wie es aussieht, beschleunigen sich die Schritte der chinesischen Regierung dramatisch. Dramatisch deshalb, weil die Federal Reserve in den USA leichtfertig oder gezwungenermaßen die Geldumlaufmenge schneller erhöht, als es die Märkte verkraften. Die Inflation ist bereits in vollem Gange. Auch gelogene Statistiken können nicht mehr verschleiern, was die Ärmsten der Armen spüren: Das Spiel neigt sich dem Ende zu, es ist an der Zeit, die Karten neu zu mischen und hierfür Karten zu verwenden, die noch nicht gezinkt sind. Das bedeutet in den USA und in Europa den Haircut oder die Entschuldung durch das Entwerten der Sparvermögen. Auch Großbritannien, die Schweiz und Norwegen werden sich diesem Sog nicht entziehen können.

Die Weichen sind gestellt

Die USA ernten, was sie gesät haben! Sehr aufschlußreiche Einzelheiten zur Entwicklung veröffentlicht und zitiert Karl Weiss am 6. Februar 2012. Natürlich ist es eine Entwicklung und keine schlagartige Änderung. Doch das rotzfreche Auftreten der US-Wahlkampfstrategen, die für ihren Präsidenten weltweit Punkte sammeln wollen, bestätigt andere Nationen nur darin, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Statt nachzugeben, schaufeln die USA ihr eigenes Grab. Sollen sie doch! Die Grube wird immer größer.

23. August 2010 | Ron Paul & Lew Rockwell: Beendet die FED! Beendet den Krieg! Beendet das Imperium! Video anschauen

3. Januar 2011 | Wie sich China eine Weltwährung bastelt

16. April 2011 | Der Dollar verliert den Weltkrieg der Währungen

15. Juni 2011 | Wie irreparabel ist denn die finanzielle Situation der USA?: "Es gibt sieben Hauptgründe, warum die Vereinigten Staaten zahlungsunfähig sein werden. Aber dennoch ist dies kein Grund zur Trauer, denn die eigene Notenbank wird das zu verhindern wissen, indem sie einfach noch mehr Geld druckt."

6. September 2011 | Das Rezept gegen die Schuldenkrankheit des Westens: "Heute sind die asiatischen Länder längst von der Schuldenkrankheit geheilt. Sie erzielen Überschüsse und leihen nun ihrerseits anderen Geld. Von den etwa zehn Billionen an Währungsreserven, die Staaten derzeit halten, gehört mehr als die Hälfte den asiatischen Schwellenländern. Allein China verfügt über Reserven von rund 3,2 Billionen Dollar. "

15. September 2011 | Asiens Vordenker sieht Euroraum vor dem Ende: "Lee Kuan Yew, der Gründer Singapurs und langjährige Ministerpräsident des reichen Stadtstaates, erklärte, der Euroraum sei nicht zu retten."

Steht China vor einem Crash?

19. November 2011 | Chinesen flüchten in den Westen: "Einen besonders aussagekräftigen Indikator sieht Chang in der heimlichen Massenflucht der Eliten. Chang: 'Wo ich lebe, in New Jersey, gibt es jede Menge wunderbarer Häuser. Überall stehen zwei Mercedes vor der Tür, und drinnen wohnt eine Frau mit ihren Kindern. Was fehlt, ist der Vater. Er ist ein hochrangiger Bürokrat, der in Peking und Hong Kong gerade dabei ist, ein Vermögen vom chinesischen Volk zu stehlen. Und das Schlimmste: Der Vater sitzt auch schon im United Flug nach New York, weil er merkt, dass das System am Kollabieren ist.' "

Der Verfall der Immobilienpreise in China ist inzwischen so grauenhaft, daß das Platzen der von der chinesischen Regierung aufgeblasenen Immobilienblase weltwirtschaftliche Auswirkungen haben wird. "Der gefährlichste Markt der Welt" schreibt Philipp Löpfe am 19. Dezember 2011: "Nicht nur die Binnenwirtschaft leidet. China ist zu einer eigentlichen Lokomotive der Weltwirtschaft geworden. Der chinesische Immobilienmarkt ist deshalb derzeit der gefährlichste Markt der Welt. Ein Kollaps hätte Folgen, die rund um den Globus zu verspüren wären."

Die Partei und die Beamten

Irgendwas ist im kapitalistischen China aus dem Ruder gelaufen. Ich erinnere an die Opiumkriege. Das Opium hat traditionelle chinesische Werte zerstört. Die autoritär geknechteten Menschen waren weder der Freiheit des Opiums gewachsen, noch sind sie der Freiheit ungedeckten Geldes gewachsen. Sie fallen auf Korruption herein, statt sich um des Volkes Wohl zu kümmern. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Nackte Beamte erschüttern Gesellschaft in China schreibt Ying Hartmüller am 19. Dezember 2011: "Lin Zhe, Professorin der Parteischule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, verkündete im März 2010 vor der Volksversammlung und der Politischen Konsultativkonferenz, dass es in China von 1995 bis 2005 1,18 Millionen „Nackte Beamte“ gegeben habe. „Nackte Beamte“ ist mittlerweile ein gebräuchlicher Ausdruck in China und bezeichnet Beamte, die allein in China arbeiten, während alle nahestehenden Familienangehörigen im Ausland sind."

Solche Entwicklungen zusammen mit der Immobilienblase können die Träume von einer verläßlichen Währung mit Weltgeltung zum Platzen bringen. Es ist alles nicht so einfach. Händler: China treibt Yuan mit Intervention auf Rekordhoch (Reuters | 16. Dezember 2011) Und jetzt?