Ökostrom: Die Grenzen des Wachstums

Bild von Hans Kolpak

Je mehr Zappelstrom eingespeist wird, desto schwieriger und teurer wird es, ihn zu bändigen. Ursächlich ist der Energiewendewahn der BRD-Eliten, die unsere europäischen Nachbarn in den Wahnsinn treiben.

18. Januar 2017 | Ohne Strom geht’s in die Hölle (1)

13. Januar 2017 | Klaus Peter Krause: Bitte zahlen, Klimaschutz kostet

26. Dezember 2016 | «Blackout» – alle Videos des fiktionalen Dokumentarfilms von "srf Schweizer Radio und Fernsehen" sind am unteren Ende dieser Seite eingebunden.

15. Dezember 2016 | Klaus Peter Krause: Bürger, bitte aufwachen!

27. Juli 2013 | Interview mit Freie Welt.net mit Dr. Ing. Günter Keil – Das 100-Prozent-Ökostrom-Ziel ist prinzipiell erreichbar, wenn einem der Preis egal ist!

1. Februar 2016 | Peter Heller: Die technischen Grenzen der volatilen Stromerzeugung

Energie ist nicht gleich Energie. Es genügt nicht, über sie in bedarfsgerechter Menge zu verfügen. Energie hat zusätzlich in einer für den jeweiligen Einsatzzweck geeigneten Form und in einer bestimmten Qualität bereitgestellt zu werden. So wenig, wie der Mensch von unverdaulicher Nahrung leben kann, so wenig hilft dem Hochofen eine Befeuerung mit Stroh. Diesen Umstand berücksichtigen die Befürworter einer Umstellung auf regenerative Energieträger nicht. Potentielle Primärenergiequellen sind beispielsweise hinsichtlich der mit ihnen erreichbaren Prozesstemperaturen zu bewerten. Bei Raumtemperatur wäre eine Wärmemenge von einem Kilojoule völlig nutzlos, bei mehreren hundert Grad dagegen für viele Anwendungen tauglich. Und Strom bedarf einer konstanten, im gesamten Verteilnetz einheitlichen Frequenz von fünfzig Hertz. Sonst funktionieren weder die Regelungs- und Schaltmechanismen der Netzinfrastruktur, noch die meisten der bei den Endverbrauchern eingesetzten Geräte.
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Gemäß der Erfahrungen mit dem deutschen Stromnetz hat ständig eine Kapazität in der Höhe von etwa einem Drittel der gesicherten Leistung (hierzulande derzeit 85 GW, bei erfolgreicher Umsetzung der Energiewende mindestens noch 42,5 GW) für die Trägheitsreserve und die Primärregelleistung zur Verfügung zu stehen. In Ländern, die nicht auf Vulkanen hocken und daher Geothermie nicht in großem Umfang nutzen können, begrenzt dies den Ausbau regenerativer Quellen auf die restlichen zwei Drittel. Für die volatile Stromproduktion allein wird der Wert aufgrund der oben geschilderten Redispatch-Erfordernisse noch etwas darunter liegen. Internationale Studien (beispielsweise für Nordamerika und Irland) belegen die Möglichkeit, die Systemstabilität auch dann noch zu sichern, wenn Wind und Sonne gemeinsam 50% des Strombedarfes decken. Dieser Schwellenwert wurde in Deutschland im vergangenen Jahr bereits an etwa 20 Tagen erreicht, insbesondere in den Sommermonaten mit hohem Solarenergieaufkommen. Im Mittel hatten in 2015 die unbeständigen Quellen einen Anteil von 19% an der Elektrizitätsproduktion. Die Energiepolitik der Bundesregierung sieht einen Wert von 57% bis 2050 vor und erfordert daher ein völlig neues Stabilitätskonzept. Von dem allerdings noch niemand weiß, wie es aussehen könnte.

Märchen aus dem Tal der Ahnungslosen

BMWi: Erneuerbare Energien auf einen Blick

Die Energieversorgung in Deutschland wird von Jahr zu Jahr "grüner", der Beitrag der erneuerbaren Energien wächst beständig. Im Jahr 2015 trugen die erneuerbaren Energien bereits rund 30 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei (siehe Infografik). Im Jahr 2014 waren es noch ca. 26 Prozent.

Vision des FVEE für ein 100% erneuerbares Energiesystem (Juni 2010)

12/2016 | Ökostrom und seine Entwicklung

17. März 2015 | Windenergie in der Kritik: Die fünf größten Risiken der Himmelsstürmer

Einsamer Rufer in der Wüste?

Eine Stromversorgung nur aus Ökostrom kann es nicht geben, weil stets so viel Strom erzeugt werden muss, wie verbraucht wird - und zwar dort, wo er verbraucht wird und nicht mehr als 200 Kilometer entfernt. Dabei sind die elektrischen Wechselwirkungen in einem großen Wechselstromnetz noch komplexer als in einem kleinen Gleichstromnetz. Ist es überhaupt sinnvoll, die folgende Diskussion zu führen? Heinrich Duepmann, Vorsitzender des Stromverbraucherschutzes NAEB e.V. greift die Frage auf:

Rund 30% EE-Strom im Jahressaldo ist das technische Limit für Deutschland

Grundsätzlich ist die Behandlung dieses Themas dummes Zeug, denn es geht darum:

  • in jeder Millisekunde exakt soviel Strom zu erzeugen wie verbraucht, sonst gibt es zwangsläufig einen Blackout
  • die internationale Saldierung über die Koppelstellen als Verfälschung nicht zuzulassen, d.h. nicht klammheimlich die Stromnetze in den Anrainerstaaten als Puffer für den volatilen EE-Strom sowohl im Verbrauch wie bei der Erzeugung zu missbrauchen.

Andererseits ist Uninnigkeit dieser Botschaft doch vielen nicht klar und man starrt fasziniert auf das "fortschrittliche" Deutschland, das die volatilen EE vermeintlich bändigen kann. Dem ist mit Aufklärung entgegen zu halten:

  • Es wird ein immer höherer Anteil einfach über die internationalen Kuppelstellen ins Ausland gedrückt, was diese Grafik zeigt.

 Quelle: NAEB e.V.

Seit 2012 steigt dieser Anteil sprunghaft an. Bereits ein Drittel wurde in 2015 exportiert. Nun behaupten die EE-Freaks, das läge daran, dass die "Dinosaurier" nicht konsequent abgeschaltet würden. Diese Aussage ist schlicht falsch. Tatsächlich muss ein erheblicher Anteil dieser Dinosaurier stets in einem geeigneten Lastbereich zwischen 50 und 90% arbeiten, um für Lastschwankungen und Ausfälle reagieren zu können. Die EE-Generatoren verfügen nicht über diese Funktion.

Auf Grund der Mittenlage und der damit gegebenen großen Zahl von internationalen Koppelstellen können die deutschen Netzbetreiber Strom beliebig aussaugen und wegdrücken (solange nicht Querregler dieses unterbinden)

Hier eine ältere Kapazitätsliste in MW:
2.850 (FR) 3.000 (NL) 1.500(Dk) 550 (Dk) 600 (SE) 4.000 (CH) 1.800 (AT) 1.100 (PL) 2.300 (CZ)

Mit insgesamt 19.200 MW (~ 19 großen Kohlekraftwerken) verfügte Deutschland 2010 die mit weitem Abstand größte internationale Kuppelkapazität

Die vier deutschen Regelzonen-Betreiber verfügen über exzellente Technik und auch Steuerungsverfahren. Bereits vor dem Ausbau der EE hatte man aus kaufmännischen Gründen Verfahren des Lastabwurfs entwickelt, die nun für das Behandeln des Störfaktors EE exzellent genutzt werden können und die man in den Statistiken der sogenannten Netzeingriffe wiederfindet, hier das Segment "nicht passende Einspeisemenge". Das andere Segment "Strom am falschen Ort", d.h. Netzengpass bewegt sich bereits seit 2013 konstant auf hohem Niveau.

 Quelle: NAEB e.V.

Wenn man den Sonderfall Dänemark außen vor lässt, wo ein Land mit dem Stromverbrauch in der Größenordnung BASF-Ludwigshafen gut versorgt an den Netzen ENTSOE und Nordic hängt, wird kaum ein anderes Land einen so hohen EE-Strom-Anteil wie Deutschland verkraften können. Aber wie die Interventionen zeigen, ist das Limit erreicht. Zu betrachten wäre noch die Schweiz, wo die Konstellation wieder anders ist wegen des hohen Hydro-Anteils – aber für die ist ein solcher Anteil wegen der Topologie unrealistisch.

www.NAEB.de
www.NAEB.tv

3. November 2014 | ifo Jahresversammlung 2014


NAEB: Aus der Abschiedsvorlesung von Prof. Hans-Werner Sinn

Prof. Dr. Sinn gibt als wohlverdienter Rentner seine Position beim ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. auf. http://www.cesifo-group.de

In seiner Abschiedsrede äußert er sich auch dreieinhalb Minuten deutlich im Sinne von NAEB e.V. zur Energiewende, wie wir es treffender nicht hätten tun können. Wir haben diesen Ausschnitt mit seiner Genehmigung extrahiert und danken ihm für seine deutlichen Worte.

Die vollständige Rede ( 1:21:56 )

Blackout Tag 1: Der Strom fällt aus

Blackout Tag 2: Das Blackout dauert an

Blackout Tag 3: Die Schweiz im Ausnahmezustand

Blackout Tag 4: Strom ist Mangelware
http://www.srf.ch/play/tv/kultur/video/blackout-tag-4-strom-ist-mangelwa...

Blackout Tag 5: Wer ist Schuld
http://www.srf.ch/play/tv/kultur/video/blackout-tag-5-wer-ist-schuld-am-...

Blackout Tag 6: Keine Normalität in Sicht
http://www.srf.ch/play/tv/kultur/video/blackout-tag-6-keine-normalitaet-...

Blackout Tag 7: Neun Monate später
http://www.srf.ch/play/tv/kultur/video/blackout-teil-7-neun-monate-spaet...