Gesinnungswandel: Das Leben ist bunt

Bild von Hans Kolpak

Viele junge Leute ereifern sich über Anschauungen,
die sie in 20 Jahren haben werden.

Jean-Paul Sartre
französischer Philosoph

1986 wußte ich noch nichts von der Wende, die mein Leben 1987 nehmen würde. Naiv und infantil trottete ich wie ein Esel Gold-Dukaten-scheißend durchs Leben. Es funktionierte. Ich trottete und andere sammelten ein.

Ob ich es verdrängt habe? Ich kann beim besten Willen keine Gedankenverbindung herstellen zu einer Anschauung, über die ich mich damals ereiferte, während ich sie jetzt pflege. Oder kann es sein, daß ich zwar 33 Jahre alt war, verheiratet, Vater einer Sechsjährigen und eines Achtjährigen, aber total in meinem kleinen Leben aufging ohne eine vernebelte Sicht auf 2006?

Was entnehme ich aus dem Leben des Jean Paul Sartre? Ich überblicke es nicht, nicht wegen der Länge seiner Vita, sondern wegen der Komplexität. Auch frage ich mich aus psychosomatischer Sicht, was ihm seine Sehschwäche mit schließlicher Erblindung mitteilen könnte.

Wir bereiten seit einigen Tagen unseren Ortswechsel von Winterberg nach Viersen vor. Er fügt sich harmonisch in meine Existenz und deutet weitere Wandlungen an. Ausgehend von Sartres Spruch empfinde ich mich fast extrem gegenwärtig und im Flow schaffend, so daß jegliche Betrachtungen nahezu sinnlos erscheinen.

Doch gibt es sicherlich junge Leute oder alte Füchse, die mir eine Antwort liefern können, wo meine eigene Phantasie versagt.