Erneutes Banken-Burnout ?

Bild von Rainer Karow

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Brüssel/Straßbourg, 10.03.2010
Redaktionsbeitrag „les Art“
Unter Mitwirkung als Gastbeitrag von Dr. Ratnikow, Deutschland.

702 US-Banken stehen genau jetzt auf der Kippe. Dazu kommt: Deutsche Banken sind einer der Hauptgläubiger Griechenlands!

Wussten Sie, dass deutschen Banken die Gläubiger Nr. 1 in Spanien und Irland sind? Und sie in Italien an zweiter Stelle stehen? Und das Griechenlandproblem das Ganze gefährdet?

Wie nah die Kanoneneinschläge bereits gekommen sind, zeigt dieses Beispiel:

Die 5 Problemländer Spanien, Portugal, Irland, Italien und Griechenland stehen bei deutschen Banken mit rund 522 Milliarden Euro in der Kreide. Das ist ein Fünftel ihrer Auslandsforderungen!

Können Sie sich ausmalen, was passiert, wenn sich einer der Präsidenten dieser Länder hinstellt und sagt: „Tut mir leid, aber unsere Schulden bedienen wir nicht mehr!“?

Anders ausgedrückt: Fällt Griechenland (oder einer der anderen vier), dann fallen auch in Deutschland die Dominosteine. Allein Griechenland schuldet unseren Banken 31 Milliarden Euro. Selbst die Aufsichtsbehörde BaFin warnt schon...

Doch das sind nur die deutschen Probleme. International sieht es nicht besser aus. Wie Sie schon aus dem SICHERES GELD-Sonder-Report vom 6. März wissen:

Selbst so genannte „Einlagensicherungsfonds“, mit denen Kundengelder abgesichert werden sollen, sind völlig wirkungslos. Die US-Einlagensicherung hatte Ende 2009 ein Volumen von 66 Mrd. $. Nur: die Kunden hatten zum selben Zeitpunkt bei den Banken Einlagen in Höhe von 7.700 Mrd. $.

Erinnern Sie sich an die Schlangen vor der britischen Northern Rock-Bank 2007? Genau dasselbe wird in Kürze in Serie passieren. Ein Funke am Pulverfass genügt!

So macht die Bank J. P. Morgan zwar wieder schöne Gewinne: 2,72 Milliarden Dollar. Das wurde in der Presse ausgiebig gefeiert. Nur: diesem „Kleckerbetrag“ stehen 26.493,9 Milliarden Dollar an Derivaten gegenüber, die bei J. P. Morgan noch als Leichen im Keller liegen...
Gehen diese Papiere nur um 10 % ins Minus, ist das gesamte Kapital der Bank innerhalb von Sekunden verglüht!

Wird Ihnen anhand dieser Zahl der Handlungsbedarf deutlich?
Das Folgeszenario ist düster: wenn sich demnächst Schlangen vor den Banken bilden, können Sie gelassen zu Hause sitzen bleiben. Und sich im Fernsehen die wüsten Szenen auf den Straßen ansehen:

· Menschen, die gewaltsam in Banken eindringen

· Polizisten, die dem Mob vergeblich Einhalt gebieten wollen

· Politiker, die beschwichtigen und von oben herab behaupten, „es sei alles unter Kontrolle“...

Doch lassen Sie sich nichts vormachen. Nichts, gar nichts ist unter Kontrolle! Im Gegenteil:

Der US- Einlagensicherungsfonds FDIC stellt sich auf eine weitere Eskalation der Bankenkrise ein. Und gesteht das sogar selber ein:

Die interne Liste der FDIC umfasst mittlerweile 702 Problembanken - das ist der höchste Stand seit 1993!

Außerdem kursieren Gerüchte, nach denen die Banken die Einführung eines „Bankfeiertags“ planen, um riesige Kundenanstürme und Massen-Kontoabhebungen zu verhindern.

„les Art“:

Nun muß man jedoch diese Dinge ein wenig breiter angelegt betrachten und die Frage stellen, kann Griechenland den Anstoß liefern, die gefährdeten Finanzsituationen in Spanien mit gut 10 %, Portugal mit auch um die 10 %, Irland um die 11 % Verschuldungsüberschuß (drei Prozent sind erlaubt) so zu gefährden, das der Euro und der EU-Markt, zusammen bricht?

Dazu ist folgendes anzumerken. Griechenland ist mit der Mithilfe und der Rahmengestaltung in der EU-Familie nicht verloren. Und der EU auch nicht. Gut, es wird hart für die Bevölkerung und es muß ein Umdenken geben und man muß sich von lieb gewordenen Gewohnheiten verabschieden, die in der BRD als „soziale Hängematte“ beschrieben werden. Der Urlaub dürfte auf der einen Seite nun teurer werden, auf der anderen Seite aber auch preiswerter. Denn die Menschen werden, um die Touristen nicht zu verlieren, viel im Privaten neu anbieten und bewegen. Die Grundlebenshaltungskosten dagegen werden steigen. Es wird also eine Verschiebung der Angebote und Möglichkeiten geben. Griechenland wird jedoch Touristenmagnet aus vielerlei Gründen bleiben. Und dazu gehören auch Traditionen des Deutschen Reiches, deren Professoren viel zur Wiederentdeckung griechischer Kultur in Europa beigetragen haben, ohne die britischen und französischen Leistungen schmälern zu wollen. Griechenland wird nicht zahlungsunfähig und die Schuldenkrise wird an anderer Stelle bereinigt.

Weiterhin ist die Frage erlaubt, was passiert bei Vertragsverletzung des Währungsvertrages, nach dem z.B. die BRD für die Misere Griechenlands und anderer EU-Staaten nicht aufkommen darf und sofort die Währungsmitgliedschaft beenden müsste? Klagen in dieser Richtung sind wohl in Vorbereitung.

Diese Klagen werden den Euro nicht ablösen und außer „heißer Luft“ wird auch hier juristisch nichts passieren. Der Grund ist ein Einfacher. Die Justiz, die politisch eben nicht ungebunden ist, kann am Gebäude Europa eigenständig nichts mehr entscheiden. Nur zu dem Preis, die EU generell in Frage zu stellen und damit auch die Staatsrechtsgrundlage der BRD. Der Tenor geht jedoch seit längerem in eine andere Richtung. Das findet meist in Nebensätzen auf juristischen Nebenkriegsschauplätzen statt. Und da ist zu beobachten, daß 1. sich die BRD-Verwaltungsbürger ja ein freier Selbstbestimmung eine Verfassung namens Grundgesetz gegeben haben, so die Richterweisheit, wann und wo auch immer das gewesen sein soll und 2. internationales Recht, und dazu gehört eben auch EU-Recht bei gebogener Auslegung des Wollens, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dann auch so hingebogen wird, geht vor Nationalrecht. Und nach dieser Lesart ist zwar der EU-Währungsvertrag eindeutig, jedoch, da die BRD Ihre Hoheit in diesen Fragen an die EU mit dem Willen des Volkes als dessen Auftrag an die EU abgetreten hat, nicht mehr von Relevanz. Denn EU-Recht bricht Nationalrecht. Und danach ist es dann so, daß die EU Griechenland stützt. Egal in welcher Form. Das ist jedoch nicht die BRD. Insoweit liegt kein Vertragsverstoß vor.

Und so muß man kein Prophet sein, das Herr Theo Waigel gestern im TV zur Griechenlandrund mit seiner Bemerkung recht behält, die EU-Währung steht auch noch in 15 Jahren, auch wenn jetzt die ganzen Gegner von Einst, wieder das Wort erheben.

Die Gefahr für die Währung kommt jedoch nicht von Griechenland. Diese Dinge sind wirklich beherrschbar. Denn ob Griechenland, Spanien, Portugal oder Irland. Diese Länder galten einmal als Gefahr für Europa während der Beitrittsphase, haben jedoch der EU und sich selbst damit gut getan und eine beeindruckende Wandlung vollzogen. Daß sie das können, haben sie schon einmal bewiesen. Und sie werden es wieder bewiesen. Die Zeiträume der Krisenüberwindung werden auf 10 Jahre bereits veranschlagt. Und im Konzert mit der EU wird das auch klappen.

Die Gefahr liegt im Dollar. Den die USA haben sich 60 Jahre lang aufgrund des zweiten Weltkrieges und der Folgen in Ablösung des britischen Pfundes und des britischen Empires als vorherrschende Weltmacht, sich über den Dollar viele Jahre lang eine Art Weltherrschaft genehmigt und sich Ihre Herrschaft durch die Volkswirtschaften der Partner, bezahlen lassen. Und hier speziell als willfähriger Diener allen voran die BRD und in Folge und über die BRD, dann Europa mit dem Euro, der als Stützwährung eben den Dollar hat und die Goldparität abgeschafft. Der Dollar war schon vorher mit der Goldsicherheitshinterlegung, abgeschafft.

Und so, wie einst Rom, haben die USA Ihre Weltmachtpolitik, Ihren Lebensstandard und ihre Überflussgesellschaft auf dem Rücken der beeinflussten Territorien, bezahlt.

Und genau an dieser Stelle liegt der eigentliche Gefahrenpunkt. Die EU muß also zusehen, daß der Dollar nicht kollabiert, da dann der Euro ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird und die Gefahr des wirtschaftlichen Zusammenbruches erfolgt mit weltweiter Konsequenz. Da dieses aufgrund der erkannten Globalisierung in Technik, Abhängigkeit und Totalschadensmöglichkeit Aller aber gilt, zu vermeiden, wird es eine Lösung geben. Diese wird Teuer und schmerzlich, ist aber billiger als die Zerstörung der Zivilisationen und es Rückfalles in das Mittelalter.

Die Lösung wird eine Weltwährungsreform sein, die schon lange in Vorbereitung ist und in den kommenden fünf Jahren erwartet wird. „les Art“ vermutet diesen Zeitpunkt jedoch schon in Bälde. Diese Weltwährungsreform wird in angepasster und abgestufter Form die Räume treffen. Der größte Verlierer wird zwangsläufig die BRD sein, die dem Grunde nach die Kriege dann das siebente Mal bezahlt. Die Bereinigung wird im Wesentlichen die Geldwerte, also Sparguthaben, Versicherungswerte und Rentenwerte treffen und vor allen Dingen, die breite Bevölkerung. Denn das Privatvermögen wird sozialisiert und der Staat wird Zugriff nehmen. Die Großvermögen in den Konzernen, Banken und Industriekomplexen, werden weitestgehend unberührt bleiben. Aus wirtschaftsglobalisierten Gründen heraus. Denn es wird ein gesteuerter und geordneter Zusammenbruch werden, der eigentlich nur ein Schnitt der Systeme darstellt, jedoch keinen Weltwährungszusammenbruch wie in den 20er Jahren.

Und im Anschluß und nach großen Schmerzen, vielleicht auch ein paar politischen Verwerfungen in Folge, wird es wieder von vorne losgehen auf höherem Niveau als z.B. 1949.

Die europäischen Länder werden es auch überleben, weil es den Lissabonvertrag gibt. Und sollte dieses Szenario eintreten, wird die BRD eine offene Politverwaltungsdiktatur sein, die als Verwaltungsklammer zu Europa, die Deutschen weitestgehend als Nation abgelöst hat und nur noch als ethnische Gruppe in einem Vielvölkergemisch und Migrantenstadel, als EU-Bundesland vorhanden ist. Wie es im Personalausweis ja als Angehörigkeitsnachweis zu einer ethnischen Gruppe bereits ausgeschrieben ist in der Rubrik Staatsangehörigkeit. „deutsch“ Denn Deutschland als historischen Nationalstaat und historisch begründeter Staatsberechtigung, gibt es nicht mehr.

Inwieweit diese Entwicklung friedlich geändert werden kann, vermag „les Art“ nicht zu beurteilen und würde aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten daraus, diesen Rahmen auch sprengen.