Horst Köhler: Sind wir achtsam genug miteinander?

Vertrauen ist eine Oase im Herzen,
die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird.

Khalil Gibran, 1883 - 1991, Maler, Philosoph und Dichter

"Die zentralen Motive seiner Dichtung und seines philosophischen Denkens kreisen um den Gedanken, dass das Leben, die Liebe und der Tod das Wesentliche für uns Menschen sein sollen. Sein Werk wird als Bindeglied der philosophischen Richtungen des Orients, z. B. des Sufismus, und der westlichen, durch das Christentum beeinflussten Philosophien gesehen."

Alles andere als das Übliche sind die Gedanken, die ich mir zum Jahreswechsel nach 2010 mache: Die Entwicklungen seit 1945 legen für die nächsten Jahre einen Umbruch rund um Europa nahe. Nach Rußland tritt auch Nordamerika von seiner Vermessenheit zurück und läßt die Stimmen anderer Völker gelten. In der Propaganda liest man solches nur zwischen den Zeilen, doch weder die GUS noch die USA haben im Internet ein Meinungsmonopol inne.

Immerhin gibt es noch einzelne Menschen, die weltumspannend ihre individuelle Meinung kundtun, weil sie unabhängig sind oder nichts mehr zu verlieren haben. Schon heute ist absehbar, daß in wenigen Jahren ganze Heerscharen von Wendehälsen und Heuchlern ihr Fähnchen nach dem Wind drehen werden. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Während die Weihnachtszeit zum rituellen Innehalten einlädt, erinnert der Jahreswechsel an die Perspektiven, die jeder Mensch hat. Gab es im Zweiten Weltkrieg noch durch Menschen repräsentierte Fronten, so bilden heute hauptsächlich komplexe Machtsysteme, die Menschen unter finanzielle Zwänge stellen, gefährliche Hindernisse für Freiheit. Es gab Kriegsgewinnler und Spekulanten, die sich in der Stunde Null unter widrigen Umständen wirtschaftlich zu behaupten wußten. Unternehmer fanden stets mehr Freiräume vor als abhängig Beschäftigte – zu allen Zeiten.

Die Kraft schöpferischen Handelns kann sich schwerlich zum Nutzen der Gesellschaft und Einzelner entfalten, wenn sie durch Hierarchien und Paragrafen niedergeknüppelt wird. Die freie Meinungsäußerung in einem totalitären Staatswesen wird von Entscheidern erstickt, die ihr Pfründe bewahren wollen. Weltweit sind es die Künstler, die Menschen aller Art Auswege schaffen und Perspektiven erlauben. Erst wenn die Freiheit der Kunst eingeschränkt ist, bleibt nur noch die Hoffnung, in einem anderen Land weniger brutal unterdrückt zu werden.

„Sind wir achtsam genug miteinander?“ fragte Bundespräsident Horst Köhler 2009 in seiner Weihnachtsansprache. Tausende von Bundesbürgern weisen seit vielen Jahren auf Korruption, Ausbeutung und Schädigung von Menschen durch politisch, wirtschaftlich und medizinisch verantwortliche Führungskräfte hin. Was ist die Folge? Viele dieser einsamen Rufer in der Wüste haben ihr Leben durch „Unfälle“ verloren, wurden wirtschaftlich ruiniert oder ihr vortrefflicher Ruf in der Gesellschaft wurde zerstört. Die Achtsamkeit dieser geistig hellwachen Mitbürger verpufft scheinbar im Nichts, während die Karawane des geordneten Wahnsinns unbeirrt weiterzieht.

Chemikalien und Pharmazeutika, die in ihrer Wechselwirkung kein Mensch mehr erforschen geschweige denn verstehen kann, führen den schleichenden Tod ungezählter Verwandte, Freunde und Nachbarn herbei und bringen eine ganze Generation dementer und dahinsiechender Menschen hervor. Hunderte von Menschen sterben in Deutschland täglich an den Folgen so ruinierter Gesundheit und durch unsinnige Amputationen. Jede Fakultät setzt galant ihre Scheuklappen auf und konzentriert sich eisern darauf, die eigenen Hände in Unschuld zu waschen. Man ist betroffen und gelegentlich auch entsetzt. Verantwortlich sind immer die „Anderen“, selbst wenn es keine Anderen gibt. Sand zum Streuen in die Augen gibt es genug.

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