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FakePower statt Energiewende: Ideologie gegen Fakten

Bild von Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel

Irreführung der Stromkunden

Deutscher Strom aus Voltaik, Wind und Biogas stört das europäische Verbundnetz und ist um ein Mehrfaches teurer, ohne den geringsten Vorteil für Umwelt und Natur zu bieten.

Die Energiewende beruht auf Ideologien, mit denen das Klima und damit die Welt gerettet werden soll. Wie bei allen Ideologien zur Rettung der Menschheit oder zu einem optimalen Zusammenleben sind es einseitige Bewertungen unter idealen Zuständen.


Fakten überwinden die Lügen der FakePower-Ideologen [1]

Doch das Weltgeschehen ändert sich ständig und es gibt keinen idealen Menschen. Alle unterscheiden sich voneinander im Aussehen, in Wünschen und im Handeln. Die Politik muss sich auf reale Bedingungen einstellen. Doch gerade in der Energiepolitik glaubt man, mit der Durchsetzung idealer Vorstellungen die Welt zu retten. Fakten und Folgen werden missachtet.

Schickt die Sonne keine Rechnung?

Mit diesem durchaus richtigen Slogan tingelte der Journalist Franz Alt über viele Jahre durch Deutschland und kassierte hohe Vortragshonorare. Seine These ist: Wir brauchen nur die kostenlose Energie der Sonne einzufangen, um alle Energieprobleme der Menschheit zu lösen.

Als Laie in Physik und Technik hat er nicht erkannt, dass das Einfangen der geringen Energiedichte der Sonnenstrahlung (Leistung je Quadratmeter) einen riesigen Aufwand an Flächen und technischen Anlagen erfordert. Auch werden Stromspeicher benötigt, denn nachts scheint keine Sonne.

Ausreichend große und preiswerte Speicher gibt es jedoch nicht. Physiker haben noch nicht einmal einen Grundgedanken, wie solche Speicher beschaffen sein könnten. Die heute propagierten Speicher wie Batterien, Pumpspeicherwerke und Wasserstoff aus Elektrolyse haben Verluste zwischen 20 und 80 Prozent. Die Nutzung von Sonnenenergie ist daher keine Lösung für eine bezahlbare und verlässliche Energieversorgung. Herr Alt hat nur auf die Sonne geschaut und war blind für die Folgeprobleme.

Kostet erneuerbare Energie pro Haushalt jährlich so viel wie eine Kugel Eis?

Diese Vorhersage des Politikers Jürgen Trittin von Bündnis 90/Die Grünen ist wohl noch vielen in Erinnerung. Sie hat sich nicht bewahrheitet. Heute zahlen die Stromkunden für ihren Strom fast das Doppelte der Preise, die damals gefordert wurden, viel mehr als für eine Kugel Eis täglich.

Hat die Energiewende viele Arbeitsplätze geschaffen?

Diese Aussage ist zunächst richtig. Die ehemalige Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat lobend darauf hingewiesen, dass für die Erzeugung der gleichen Strommenge im Bereich der erneuerbaren Energien fünfmal mehr Menschen arbeiten als in den Braunkohlekraftwerken. Sie hat aber verschwiegen, dass der regenerative Strom mit dem Fünffachen der Stromerzeugungskosten von Braunkohlenkraftwerken vergütet werden muss. Die Arbeitsplätze für grünen Strom sind hoch subventioniert durch die EEG-Umlage, die alle Stromverbraucher bezahlen müssen. Ohne diese Subvention gäbe es keinen einzigen grünen Arbeitsplatz.

Die hohen und immer noch steigenden Strompreise vertreiben jedoch immer mehr Industrie aus Deutschland. Dies erfolgt meistens geräuschlos, indem in Deutschland nicht mehr investiert wird. Mit den abgeschriebenen Anlagen werden gute Gewinne erzielt, die in Länder mit preiswerter und verlässlicher Stromversorgung transferiert werden, um dort neue moderne Fertigungsstätten aufzubauen. Die Anlagen werden weitgehend in Deutschland gekauft. Der Maschinenbau hat dadurch gute Aufträge.

Kurzfristig boomt die Industrie durch Verlagerungen. Langfristig gehen immer mehr qualifizierte Arbeitsplätze verloren. Auf diesem Weg werden mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze abgebaut. Einige hunderttausend grüne hoch subventionierte Arbeitsplätze verteuern nicht nur den Strom, sondern sie sorgen auch für die Vernichtung von Millionen wirtschaftlicher Arbeitsplätze.

Ist Kohlenstoffdioxid klimaschädlich?

Diese Behauptung wird kontrovers diskutiert. Doch unter der Annahme, das sei richtig, wird nicht zielstrebig danach gehandelt. Dann müssten die Kernkraftwerke weiter betrieben werden, denn sie emittieren kein Kohlenstoffdioxid (CO2). Es dürften auch keine Windgeneratoren und Solaranlagen errichtet werden, weil zu deren Herstellung, Montage und Anschlüsse Unmengen an Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gelangen.

Allein zur Produktion des Aluminiums für die geplanten neuen Nord-Süd Trassen werden fast eine Million Tonnen CO2 freigesetzt. Zusätzlich werden sechs Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom für die elektrolytische Abscheidung des Aluminiums gebraucht, der vorwiegend aus Kohle- oder Kernkraftwerken stammt, weil der unstete sogenannte erneuerbare Strom, die FakePower, für den kontinuierlichen Prozess nicht brauchbar und viel zu teuer ist.

In Kohlekraftwerken müssen zur Erzeugung dieser Strommenge zwei Millionen Tonnen Kohle zu mehr als sieben Millionen Tonnen CO2 verbrannt werden. Wenn man die CO2-Emissionen reduzieren will, muss man wie Frankreich mit Kernkraftwerken und mit Kohlekraftwerken, die einen hohen Wirkungsgrad haben, Strom erzeugen. Wind-, Solar- und Biogasanlagen sind kontraproduktiv. Es hat sich gezeigt, dass sie nicht die CO2-Emissionen verringern, obwohl sie im letzten Jahr etwa ein Drittel des Stromes in Deutschland erzeugt haben.

In diesem Zusammenhang wird in keiner Weise darauf hingewiesen, dass CO2 zusammen mit Wasser der wichtigste Baustein für den Pflanzenwuchs ist. Schülern wird beigebracht, dass es ohne CO2 keine Pflanzen und damit auch keine Nahrung für Mensch und Tiere gibt. Mit 0,004 Prozent -1 CO2-Molekül auf 2500 Luftmoleküle - ist der CO2-Gehalt der Luft sehr gering. Höhere Anteile verbessern das Wachstum.

Unter der Annahme, CO2 sei klimaschädlich, müsste die Politik einen optimalen CO2-Gehalt für Luft benennen, der hoch genug für einen ausreichenden Pflanzenwuchs und niedrig genug für den Schutz des Klimas ist - wenn man es überhaupt schützen kann oder muss. Eine solche Vorgabe sucht man jedoch vergebens.

Verstopft Strom aus Kernkraft und Kohle die Stromleitungen?

Diese oft wiederholte Behauptung der Grünen demonstriert deren Unkenntnis über die Grundlagen der Stromversorgung. Zunächst braucht ein stabiles Netz eine Grundleistung von den großen Dampfkraftwerken, die eine stabile Frequenz von 50 Hertz vorgeben. Zur Einspeisung von FakePower müssen dann die Ökostromanlagen mit der Grundlast synchronisiert werden.

Nur so lässt sich ein Wellensalat und damit ein Blackout verhindern. Taktgeber ist also die Grundleistung. Es ist Unsinn zu fordern, die Grundlast-Kraftwerke abzuschalten, wenn die FakePower ansteigt. Selbst bei einer Verdreifachung oder Vervierfachung der Ökostromanlagen, die geplant ist, ändert sich nichts an diesen Verhältnissen. Die Grundleistungskraftwerke werden immer gebraucht.

Soll Deutschland 2050 mit 80% regenerativem Strom versorgt werden?

Das ist ein Wunschdenken von Ideologen. Technisch ist dies nicht machbar, wenn eine sichere Stromversorgung ohne nennenswerte Ausfälle gewünscht ist. Wirtschaftlich würde der Strompreis bei vielen Blackouts auf weit mehr als das Doppelte ansteigen.

Schon heute wird bei Starkwind und Sonnenschein FakePower im Überfluss erzeugt. Strom muss aber im Zeitpunkt seiner Erzeugung auch wieder verbraucht werden, weil es keine geeigneten Speicher gibt. Der Überschussstrom muss dann gegen Gebühr in benachbarte Netze eingespeist werden. Diese „Entsorgungskosten“ (negativer Strompreis) beliefen sich allein in den wenigen Wochen um den letzten Jahreswechsel auf mehr als 50 Millionen Euro. Mit jeder weiteren Anlage für grünen Strom steigt der Überschuss weiter und damit auch der Strompreis für die Stromverbraucher.

Auf der anderen Seite wird nachts und bei Flauten kaum grüner Strom produziert. Dann müssen die konventionellen Dampfkraftwerke die Versorgung übernehmen. Das Anfahren eines kalten Kraftwerkes dauert u.U. und je nach Typ mehr als zwei Tage. Die Kraftwerke müssen daher ständig unter Dampf stehen, d.h. auch Strom liefern (die Generatoren laufen mit Nenndrehzahl und unter Last), um schnell einspringen zu können.

Es besteht also eine Doppelversorgung, eine doppelte Infrastruktur, die Betriebskosten verursacht. Das Rückgrat sind die konventionellen Dampfkraftwerke, die jederzeit die gesamte geforderte Netzleistung anbieten können. Aufgepfropft ist der schwankende wetterabhängige grüne Strom, der eine sichere Versorgung erschwert, verteuert und daher zu Recht als FakePower bezeichnet wird.

Für eine sichere Stromversorgung wird eine Grundleistung von etwa 50 Prozent von großen Dampfkraftwerken benötigt. Die rotierenden Massen der Turbinen und Generatoren sind eine Momentan-Reserve im Netz. Beim Zuschalten eines Verbrauchers wird der zusätzliche Strom durch Abbremsen der Generatoren geliefert. Die Frequenzminderung ist dann ein Signal, mehr Dampf auf die Turbinen zu geben, um die Sollfrequenz von 50 Hertz wieder zu erreichen.

Aber auch der wetterwendische Wind- und Solarstrom (Zappelstrom) wirkt auf die gleiche Weise. Er kann nur in das Netz eingespeist werden, wenn entsprechende Regelkraftwerke vorhanden sind, die bei Wolkenbildung und Flaute mehr Strom liefern und bei Böen abgeregelt werden. Die Grenzen der möglichen Einspeisung von grünem Strom sind erreicht. Wann werden die Ideologen das verstehen?

Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel
Pressesprecher NAEB e.V. Stromverbraucherschutz
www.NAEB.info und www.NAEB.tv

Bildquelle: StockKosh electric-7_cr.jpg [1]

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30. November 2017 | Gesetz zur Aufhebung des Gesetzes zur Förderung des Klimaschutzes in Nordrhein-Westfalen – Stärkung des Industriestandorts in Nordrhein-Westfalen
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Dr. Christian Blex, Die Deutsche Energiepolitik - Grünes Wunschdenken und die Realität

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