Mit dem BlaBlaMeter können Sie testen, wieviel heiße Luft sich in meine Texte eingeschlichen hat.

Warum in Deutschland der Strompreis doppelt so hoch ist

Bild von Hans Kolpak

Günter Unseld vom NAEB Stromverbraucherschutz merkt an:

Warum werden der deutschen Volkswirtschaft und damit dem Letztverbraucher in Deutschland ungeheure Kosten aufgebürdet?

Das fängt damit an, dass wir uns eine doppelte Strominfrastruktur leisten:

  • etwa 100 GW an Erneuerbarer Nennleistung
  • traditionelle Kraftwerke von ebenfalls etwa 100 GW, die in Bereitschaft stehen, wenn die E.E.-Leistung nicht ausreicht.

Dass dadurch die Stromerzeugung so teuer wird, dass sie nur noch über Subventionen an einer Strombörse verkauft werden kann, ist sicher einsichtig.

Planwirtschaftliche Umverteilung

Die dabei anfallenden Kosten sind :

  • die EEG Umlage,
  • die Nichtstromkosten für die Erneuerbaren Energien (E.E.),
  • die negativen Strompreise, mit denen unser E.E. Überschussstrom ans Ausland verramscht werden muss,
  • die Redispatch-Kosten für E.E.-Einspeisung für die keine Netzkapazität zur Verfügung steht,
  • die Reservedampfkraftwerke, die in Bereitschaft stehen, aber durch ihren kwh Verkauf sich nicht mehr rechnen,
  • eine unaufhörliche Erhöhung der Netzentgelte, verursacht durch die benötigte 'Ertüchtigung' der Stromnetze für die E.E.-Einspeisung
  • und für die ganze Administration dieses Energiewenderegelwerks.

Das DICE-Institut der Universität Düsseldorf hat geschätzt, dass zur Zeit die laufenden Gesamtkosten im Jahr bei etwa 45 Milliarden Euro liegen. Dazu kommen noch die schwindelerregenden Kosten, die über die zwanzigjährigen Verbindlichkeiten der Subventionen an die E.E.-Erzeuger anfallen.

Überbordende Gesamtkosten

Und das Schlimmste ist, dass unsere Verantwortlichen in der Regierung keine Ahnung über die Gesamtkosten haben, die sie der Allgemeinheit aufbürden. Das hat im Jahr 2017 schon der Bundesrechnungshof moniert.

Nur eine Stromwende

Dazu kommt, dass die Energiewende nichts für das Ziel tut, für das sie eingeführt wurde: die Reduzierung der CO2- Emissionen. Seit zehn Jahren stagnieren die auf hohem Niveau. Das ist ja auch klar, weil unsere Energiewende im Grund genommen nur eine Stromwende ist. Und da geht der ganze Aufwand mit den Erneuerbaren Energien rein. Der Stromsektor umfasst aber nur 20% des Primärenergieverbrauchs - Photovoltaik und Windkraft sogar nur 13,1%.

Und in den anderen Sektoren Verkehr, Wärmewirtschaft hat sich (fast) nichts getan. Der Verkehrssektor hat sich durch das Wirtschaftswachstum sogar ausgeweitet, indem der LKW-Verkehr jährlich um 1,5% zunimmt.

Gleichzeitig wird die Dieseltechnik von denen schlecht geredet, die sie früher als ein wichtiges Werkzeug zur besseren Energieeffizienz im Kfz-Sektor propagierten. Was auch immer im Stromsektor leicht verbessert wurde, wurde in anderen Sektoren konterkariert.

Sektorkopplung

Jetzt noch zu dem Gerede von der so genannten Sektorkopplung: Durch einen riesigen Ausbau der Erneuerbaren im Stromsektor soll diese Überschussenergie in die anderen Sektoren Verkehr und Wärmewirtschaft eingekoppelt werden, so dass dadurch in diesen Sektoren der Energieverbrauch 'sauberer' wird.

Ich überlasse es den Protagonisten zu erklären, wie man aus dem Stromsektor mit Photovoltaikstrom und Windstrom, der zur Zeit nur 13,1% des Primärenergieverbrauchs beträgt, die restlichen 80% des Primärenergieverbrauchs in diesen anderen Sektoren zukünftig mit 'sauberer' Energie versorgen will.

Wenn man dabei noch Vorschläge sieht, diese Sektorkopplung mit Power-to-Gas unter einem miserablen Wirkungsgrad durchzuführen, dann fragt man sich, wie das mit verbesserter Energieeffizienz, über die auch immer geschwafelt wird, zu vereinbaren ist.


Siehe auch
26. September 2015 | Energiewende und Digitalisierung – Merkels neues Deutschland

.