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Arpita Roychoudhury

Bild von pol. Hans Emik-Wurst

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Zum Tode von Arpita Roychoudhury

Arpita Roychoudhury, Gitarre und Gesang
Keymon Ache Radha Bol

  Arpita  Roychoudhury

Heinrich-Böll-Stiftung

Arpita Roychoudhury

Die Bloggerin und Aktivistin Arpita Roychoudhury (Pseudonym) wurde 1995 in Bangladesch geboren. Aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit wurde sie als Mitglied einer hinduistischen Minderheit früh mit Diskriminierung konfrontiert. 2012 begann Arpita Roychoudhury, auf Facebook und bengalischen Blogs unter ihrem wahren Namen über die Diskriminierung von Frauen, Kindern und Minderheiten zu schreiben. Nachdem ihr Profil mehrfach gesperrt und ihr gedroht wurde, schrieb sie unter dem Pseudonym Arpita Roychoudhury.

Als exponiertes Mitglied der feministischen, säkularen Blogger-Szene wurde sie in ihrer Heimat öffentlich belästigt, bedroht und misshandelt. Eine Gruppe Jugendlicher drang in ihr Elternhaus ein und bedrohte die ganze Familie. Roychoudhury wurde von einer Gruppe aggressiver Männer durch Vergewaltigung bedroht, außerdem gab es Morddrohungen. Nichtsdestotrotz begann sie einen Bachelor of Science in Botanik an der National University of Bangladesh, in der Hoffnung, auf dem Campus sicherer zu sein. Sie schrieb weiterhin kritische Blogbeiträge, bevor sie entführt, tagelang gedemütigt und gefoltert wurde. Auch die staatlichen Behörden verweigerten ihr die Unterstützung, selbst als Roychoudhury nach eigenen Angaben nur knapp einem Mordanschlag auf offener Straße entging. 2017 wurde sie als Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms nach Berlin eingeladen, nach längerem Visumverfahren konnte sie im Dezember 2017 endlich nach Deutschland ausreisen.

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Wenn Sie beispielsweise nach Bangladesch schauen, da sind Blogger sehr bedroht. Wir haben zurzeit zwei von ihnen in unserem Writers-in-Exile Programm, die Bloggerin und Aktivistin Arpita Roychoudhury, die über die Diskriminierung von Frauen, Kindern und Minderheiten schreibt, und den Dichter und Online-Aktivisten Zobaen Sondhi.

Was leistet dieses Programm?

Das Programm Writers-in-Exile gibt acht Autoren und Autorinnen die Möglichkeit, für bis zu drei Jahren in Deutschland im Exil zu leben, finanziert von der Bundesregierung und von der Stadt Darmstadt. Es ist innerhalb der Familie der PEN-Vereinigungen einzigartig, aufgelegt auch im Gedenken an die vielen Schriftsteller, die zwischen 1933 und 1945 Deutschland verlassen und im Exil leben mussten. Es ist damit auch eine Art Begleichung einer historischen Schuld, dass jetzt verfolgten Autoren in Deutschland geholfen werden kann. Dass sie bis zu drei Jahren hier eine Wohnung und ein Stipendium bekommen. Falls sie danach immer noch nicht in ihre Heimatländer zurückgehen können, helfen wir ihnen, hier Asyl zu beantragen.