Mit dem BlaBlaMeter können Sie testen, ob sich heiße Luft in den Artikel eingeschlichen hat.

Politische Wende ohne kulturelle Wende?

Bild von Dr. Klaus Miehling

„Einzig die islamische Welt wehrt sich anzuerkennen, dass die Künste Ausdruck der Sehnsucht nach besseren Welten sind. Wie kann man ein besserer Mensch werden, ohne die Erfahrung der Schönheit? In der Ablehnung der Künste manifestiert sich die Arroganz und Ignoranz des Islams.“

Das schrieb im Jahr 1961 aus Pakistan der Vater des Naturwissenschaftlers Salman Ansari in einem Brief an seinen in Deutschland lebenden Sohn (zit. n. Sarrazin: Feindliche Übernahme, 2018, S. 138). Er schrieb darin auch:

„Du bist umgeben von unermesslicher Schönheit, was Kunst, Literatur und Musik betrifft. Nutze jede Sekunde, dieses Universum zu betreten, [...]“

Das war also sieben Jahre vor jenem berüchtigten Jahr, das zum Namensgeber für eine ganze kultur- und wertezersetzende Generation und Bewegung wurde. Welchen Eindruck würde ein fremder Besucher heute von unserem Land erhalten?

Gewiss, heute ist die Kultur weltweit mehr oder weniger „amerikanisiert“; aber nehmen wir einmal an, ein junger Mensch, der in seiner Heimat kaum mit amerikanischer und europäischer Kultur in Berührung gekommen ist, besucht Deutschland, um hier zu studieren:

Er verlässt das Flugzeug und wird in der Flughafenhalle mit einer Werbevideowand konfrontiert, auf der Bilder hektisch wechseln, unterlegt mit Rockmusik. In der Stadt dröhnt ihm Pop und Rap aus Ghettoblastern und Geschäften entgegen; die Architektur ist klobig und hässlich, soweit ihn nicht zufällig der Weg durch eine von Krieg und Bausünden verschonte Altstadt führt.

Die Mauern sind mit Graffiti verunstaltet; einige enthalten Hassbotschaften. In der Universität besucht er die Erstsemester-Party und erlebt, wie Menschen zu wiederum laut dröhnender Pop- und Rockmusik Bewegungen nach Art der Stammestänze primitiver Kulturen ausführen und sich zusätzlich mit Alkohol enthemmen.

Er schaltet zuhause den Fernseher ein und sieht, wie sich Erwachsene in albernen Shows zum Affen machen, sieht Menschen mit Tätowierungen und „Piercings“, die wiederum an primitive Stammeskulturen erinnern, sieht, wie diese Repräsentanten des Abendlands in Sendungen wie „Adam sucht Eva“ und „Naked Attraction“ ihre Geschlechtsteile zur Schau stellen und die niveaulosesten Konversationen führen, und das alles erneut unterlegt mit Pop- und Rockmusik.

Geht er aber in das immerhin noch existierende Opernhaus der Stadt, dann sieht er etwas auf der Bühne, das weder zur Musik noch zum Inhalt der Geschichte passt und möglicherweise dem, was er im Fernsehen erleben musste, an Vulgarität kaum nachsteht.

Geht er in ein Museum für zeitgenössische Kunst, um sich zu informieren, was die westliche Kultur in den letzten Jahren und Jahrzehnten an Großem hervorgebracht hat, so wird er abstrakte Farbflächen sehen, Schmierereien, die an ungelenke Kinderzeichnungen erinnern, und Haufen aus Schrott und Müll.

Nehmen wir weiterhin an, unser Gaststudent aus dem fremden Lande meint, in einem Gottesdienst etwas von der Schönheit abendländischer Musik erfahren zu können. Dort erlebt er möglicherweise einen Kirchenmusiker mit Ausbildungsschwerpunkt „Popularmusik“, der gemeinsam mit der „Konfi-Band“ etwas produziert, was sich vom alltäglichen lärmenden „Soundtrack“, den unser Besucher schon zur Genüge kennengelernt hat, nicht unterscheidet.

Wo ist die Schönheit der abendländischen Kultur geblieben, die Salman Ansaris Vater seinem Sohn ans Herz gelegt hatte? Auch wenn nicht mit Steinen werfen sollte, wer im Glashaus sitzt, so kann man doch die Verachtung vieler Muslime gegenüber der heutigen westlichen Kultur nachvollziehen.

„Musizieren, Malen und Dichten zählen in Deutschland zu den unbeliebtesten Freizeitbeschäftigungen“, ergab eine Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen. Am beliebtesten waren Fernsehen und Radio hören – und man ahnt, welche Inhalte dabei bevorzugt konsumiert werden.

Wer gezielt sucht, der kann zwar in Theatern, Museen und Medien durchaus noch das große Erbe der abendländischen Kultur finden, aber aus dem Alltag ist es verschwunden, für die Masse der Menschen praktisch nicht mehr existent. In der Schule fällt Musikunterricht aus, und wenn er stattfindet, dann werden Poplieder besprochen und Raptexte geschrieben. Die musikpädagogische Zeitschrift Musik und Bildung beispielsweise veröffentlicht immer wieder Arrangements von Pop- und Rocksongs zur Verwendung im Unterricht (und heißt trotzdem noch so).

Diese Kulturzerstörung ist aber nicht nur ein Symptom des Werteverfalls, sondern auch seine wesentliche Ursache. Bereits im frühen 20. Jahrhundert begann im Futurismus, im Dadaismus und in der Zwölftonmusik die Abwendung von Schönheit und Kunst, und die Hinwendung zu Hässlichkeit und Primitivität.

Die große Masse wurde davon allerdings noch nicht beeinflusst. Das wurde erst durch die modernen Massenmedien möglich, insbesondere als nach dem zweiten Weltkrieg fast jeder Haushalt ein Radiogerät und einen Plattenspieler, später dann auch ein Fernsehgerät besaß. Klassikprogramme wurden mehr und mehr zugunsten seichter und dann auch immer aggressiverer Unterhaltung zurückgedrängt.

Die marxistischen Intellektuellen der „Frankfurter Schule“ erkannten die Bedeutung dieser destruktiven neuen Kunst- und Musikrichtungen für den von ihnen angestrebten gesellschaftlichen Wandel: Wenn man die traditionellen Werte zerstören wollte, dann musste man auch die traditionelle Kunst und Kultur zerstören.

Auch die freie Sexualität, die in der neuen Populärkultur gepredigt wurde, galt als ein Mittel zum Zweck der Revolution. Theodor W. Adorno allerdings sah Popularmusik kritisch, da sie dazu beitrage, „das Ausweichen aus der infantilen Gesamtverfassung unmöglich zu machen” (1962, Gesammelte Schriften 14, S. 35). Genau das sollte sich indes als hilfreich bei der Implementierung einer neuen Werteordnung erweisen.

Der konservative Widerstand, der die jugendgefährdende Wirkung von Jazz, Rock‘n‘Roll und Beat erkannte und gegen die Förderung avantgardistischer „Kunst“ protestierte, wurde immer schwächer, während die sozialistischen Kräfte an Einfluss gewannen und ihren „Marsch durch die Institutionen“ antraten.

Das Beispiel der Gruppe Feine Sahne Fischfilet zeigt, wie aggressive Musik heute sogar in den Dienst (global)sozialistischer Staatspropaganda gestellt wird: Die Opposition von gestern macht die Politik von heute.

Die negative Wirkung dieser Musik geht allerdings nicht primär von den Texten aus. Rechts- und Linksradikale, die sich bis aufs Blut bekämpfen, bedienen sich klanglich derselben Mittel, und sogar Christen missbrauchen aggressive Klänge für ihre angeblich friedliche Botschaft.

Nein, es sind das Schreien der Sänger, die verzerrten Klänge, das hämmernde Schlagzeug, die oft gehörschädigende Lautstärke, welche die negative Wirkung ausmachen. Es ist der „Sound“ der Gewalt, der Aggression und des Hasses, der die Menschen heute von Kindesbeinen an umgibt, atavistische Triebe weckt und die beeinflussbaren jungen Gehirne formt.

(Un-)Kultur und (Un-)Moral befruchten sich gegenseitig: Wie das eine, so das andere. Primitive Kulturen, die im Allgemeinen eine weit höhere Mordrate als moderne Zivilisationen besitzen, haben normalerweise eine Musik, bei welcher der Rhythmus im Vordergrund steht, die Melodie wenig abwechslungsreich ist und Harmonik völlig fehlt.

Die moderne Popularmusik hat vor allem das erste, häufig auch das zweite übernommen, jedoch die Harmonik nach abendländischem Vorbild sowie die elektronischen Möglichkeiten der Klangverstärkung und -verzerrung hinzugefügt.

Durch die massenmediale Verbreitung dieser Musik, die seit den 1950er Jahren als tägliche Gehirnwäsche die Sozialisation der jungen Generationen begleitet, wurde der Werteverfall eingeleitet und perpetuiert. Die ersten Jazz-, Beat- und Rockkonzerte übten auf die noch relativ unbedarften Hörer eine solche Wirkung aus, dass es zu hysterischen Reaktionen und Gewaltexzessen kam; die Jugendkriminalität vervielfachte sich, und als diese Jugendlichen erwachsen geworden waren, stieg folgerichtig auch die Gesamtkriminalität an.

Nun haben der Werteverfall und der durch ihn verursachte Kriminalitätsanstieg, aber auch die von den inzwischen erwachsen gewordenen Hörern der populären Musik betriebene zerstörerische Politik und Pädagogik ein solches Ausmaß angenommen, dass immer mehr Menschen die negativen Folgen am eigenen Leib verspüren und sich dem rücksichtslosen und globalsozialistischen Zeitgeist nicht mehr fügen wollen.

Das Pendel ist so weit nach links ausgeschlagen, dass es sich zwingend wieder in die andere Richtung bewegen muss. Jene erwachenden Menschen wehren sich gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit im Namen der politischen Korrektheit, die sie als Vehikel der Lüge entlarven. Sie erkennen, dass die Massenzuwanderung den Untergang auch noch der Reste abendländischer Hochkultur und westlichen Wohlstandes bedeutet, und dass die aus Zuwanderung und muslimischer Vermehrungsstrategie resultierende Islamisierung auf ganz „demokratische“ Weise, nämlich durch sich ändernde ethnische und religiöse Mehrheitsverhältnisse, zu einem tyrannischen „Gottesstaat“ führen wird, in welchem, wenn noch nicht ihre Kinder, so doch ihre Enkel werden leben und leiden müssen.

Geht man aber auf Demonstrationen und Kundgebungen dieser oppositionellen Bewegungen, was hört man? Die gleichen aggressiven Klänge, mit denen gewaltbereite Extremisten aufwarten!

Würden Sie einen romantischen Liebesfilm, ein trauriges Drama oder einen schönen Naturfilm mit Rockmusik unterlegen? Würde umgekehrt Rockmusik nicht zu Filmen über das Verbrechermilieu, die Drogen- oder Zuhälterszene, vielleicht auch zu einem Horrorfilm passen?

Kann man eine politische Wende einleiten ohne eine geistige? Und kann man eine geistige Wende einleiten ohne eine kulturelle?

Gewiss, es gibt den Allgemeinplatz, man müsse die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Also Musik der Massen, um die Massen zu gewinnen? Das scheint mir zu kurz gedacht. Das Beispiel der Kirchen zeigt übrigens, dass es nicht einmal funktioniert: Während aggressive Musik in immer mehr Gottesdiensten und insbesondere in der Jugendarbeit eingesetzt wird, nimmt die Zahl der Austritte zu. In der Diskothek ist es dann eben doch „cooler“, und wer nur ein wenig nachdenkt, der erkennt, dass Verpackung und Inhalt nicht zueinander passen.

Wie wäre es, die Menschen nicht dort abzuholen, wo sie stehen, sondern sie dort hinaufzuheben, wo man sie haben möchte? Wie wäre es, wenn man bei patriotischen Kundgebungen statt Popsongs Werke der abendländischen Kunstmusik zu Gehör brächte? Natürlich kann man aus leistungsschutzrechtlichen Gründen nicht irgendeine beliebige Aufnahme verwenden, aber es gibt ja auch klassische Musiker, die der patriotischen Opposition nahe stehen. Man kann jedoch auch einfach auf Musik verzichten bzw. sich auf das Singen der Nationalhymne oder, wenn es zur Jahreszeit passt, auf traditionelle Advents- und Weihnachtslieder beschränken – Melodien, die immerhin noch Vielen bekannt sind.

Es gibt aber nicht nur eine außerparlamentarische Opposition, sondern seit dieser Legislaturperiode auch wieder eine parlamentarische. Wenn die Wartezeit vor „Livestreams“ der AfD oder der Beginn ihrer Youtube-Videos von popmusikalischen Klängen untermalt wird, dann ist von einer wertebewussten, rechtsstaatlichen, konservativen Opposition im wahrsten Wortsinn nichts zu hören.

Die Altparteien fördern Popkultur aus gutem Grund: Sie verdummt die Massen und verhindert eine Besinnung auf traditionelle Werte. Die AfD hat in ihrem Programm zur Bundestagswahl 2017 immerhin erkannt:

„Nirgendwo ist die ideologische Beeinflussung seitens des Staates so stark wie in der Kulturpolitik. Die AfD will die Kulturpolitik an fachlichen Qualitätskriterien und ökonomischer Vernunft anstatt an politischen Vorgaben ausrichten.“

In ihrer Selbstdarstellung freilich sollte die Partei auch durch die eingesetzten Klänge deutlich machen, wofür sie steht – und das gilt selbstverständlich für alle patriotischen, zuwanderungs- und EU-kritischen Bewegungen und Medienmacher.

Auch ist zu bedenken: Wird aggressive Musik zum akustischen Kennzeichen einer Bewegung, dann wächst die Gefahr, dass in ihr gewaltbereite Kräfte überhandnehmen. Eine friedliche Revolution sollte „friedliche“ Musik in ihren Dienst stellen.

Auf lange Sicht können wir eine bessere Gesellschaft nur erreichen, wenn wir sie auch kulturell zu einer neuen Blüte des Schönen und Kunstvollen führen. Es ist kein Zufall, dass der abendländische Kulturkreis nicht nur alle wesentlichen Erfindungen der Neuzeit hervorgebracht, sondern gleichzeitig die Künste und insbesondere die Musik zu Höhepunkten geführt hat.

Im Fernen Osten hat man das erkannt und nicht nur westliche Technik und Marktwirtschaft übernommen, sondern auch Opernhäuser und Konzertsäle für abendländische Kunstmusik gebaut. Tausende Studenten aus Japan, China und Südkorea kommen jedes Jahr nach Europa, um an den Musikhochschulen zu studieren. Sogar Saudi-Arabien will mit französischer Hilfe eine Oper und ein Nationalorchester aufbauen.

Davon abgesehen, und auch dies ist kein Zufall, kann die islamische Welt mit abendländischer Kunstmusik wenig anfangen, lehnt sie aus religionsideologischen Gründen sogar ab. Wer hat hierzulande in einem klassischen Konzert schon Frauen mit Kopftüchern gesehen?
Interessanterweise haben Islamisten hingegen keine Gewissensbisse, Rapmusik zur Rekrutierung von Glaubenskriegern zu verwenden, und manche muslimischen „Flüchtlinge“ besuchen gerne Diskotheken (wo sie unter Umständen jungen Frauen Drogen ins Getränk mischen, um sie dann zu vergewaltigen, wie neulich in Freiburg geschehen). Streng genommen wäre auch diese Art der Musik „haram“, aber Böses zieht eben Böses an.

Inzwischen liegen genügend wissenschaftliche Studien vor, die eine enthemmende und kriminalisierende Wirkung aggressiver Musik belegen, so dass ein Verbot im Sinne des staatlichen Auftrages der Inneren Sicherheit gerechtfertigt erscheint. Gleichwohl könnte auch ohne Verbote dafür gesorgt werden, dass wirkliche Kunst und insbesondere klassische Musik wieder einen größeren Stellenwert erhält: nämlich indem über die Gefahren aggressiver Musik aufgeklärt wird, indem der schulische Musikunterricht wieder vorrangig der Vermittlung des klassischen abendländischen Erbes dient, und indem Fördergelder für aggressive Musik und andere destruktive und hässliche Kulturauswüchse gestrichen werden. Der Staat darf, ja muss – so er sich denn zur Kulturförderung entschließt – sehr wohl Ansprüche an die Qualität und an die gesellschaftlichen Folgen dessen stellen, wofür er das Geld der Steuerzahler ausgibt. Andernfalls zerstört er, wofür er eigentlich Sorge zu tragen hat: Recht, Ordnung und das kulturelle Erbe des eigenen Volkes.

Pop und Rock ist die Musik der „68er“, und sie war maßgeblich an der Verbreitung von deren Ideologie und am Werteverfall beteiligt. Daher sollte die rechtsstaatliche Opposition auch musikalisch Stellung beziehen: für jene Musik, unter deren Klängen das Abendland groß geworden ist, und gegen jene, die in den letzten Jahrzehnten der „Soundtrack“ seines Niedergangs war.

Paypal-Spende
Herzlichen Dank!