Datensicherung: Brand oder Beschlagnahmung

Bild von pol. Hans Emik-Wurst

Brände

Ist eine Garage ein unauffälliger und sicherer Ort für Datenträger? Natürlich kann man in einem Büro-PC unter dem Windows-Betriebssystem neben einer Solid-State-Disk (SSD), einem Halbleiterlaufwerk, noch zwei große Laufwerke für die Datensicherung betreiben. Doch was geschieht, wenn diese fest eingebaut sind, statt extern in einer Docking-Station zu stecken oder mit einem USB-3-Kabel verbunden zu sein? Nach einem externen Laufwerk zu greifen, dauert eine Sekunde. Schon in der zweiten Sekunde steht man auf, um ins Freie zu rennen. Die meisten Brandopfer sterben durch die Rauchgase, nicht durch das Feuer oder die Hitze selbst. Brennt es, so bleibt keine Zeit zum Ausbau eines Laufwerkes.

Beschlagnahmungen

Auch könnte ein staatsanwaltlicher Beschluss vorliegen, den kompletten Bürorechner, mobile Computer und Datenträger zu beschlagnahmen. Diese Hausdurchsuchungen werden unangemeldet durchgeführt. Dreißig Sekunden reichen, um ein externes Laufwerk so zu verstecken, dass es nicht gefunden wird, auch nicht von einem Spürhund. Die fortlaufende Datensicherung kann auf zwei oder mehr Laufwerken erfolgen, wovon mindestens eines in einem anderen Gebäude untergebracht sein muss. Und hier kommen einbruchgeschützte Garagen ins Spiel.

Garagen für Datensicherung

Brände können auch bei Abwesenheit ausbrechen. Im Augenblick des Datenträgerwechsels sind drei Laufwerke am Rechner. Befindet sich dann noch ein viertes in der Garage? Das ist ernsthaft zu bedenken. Natürlich muss ein Laufwerk dampfdicht verpackt sein, damit sich auf der Elektronik kein Kondenswasser bildet. Und nach dem Transport ins Büro muss abgewartet werden, bis es sicher die Raumtemperatur erreicht hat. Jeder weiß, wie ein Trinkgefäß nach wenigen Sekunden aussieht, in das ein acht Grad Celsius kaltes Getränk eingeschenkt wurde. Es läuft an, weil an der Oberfläche der Taupunkt erreicht wird.

Gut verstecken

Ein gutes Garagentor ist mit einer mechanischen Aufschiebesicherung konstruiert, um ein Aufhebeln des Tores mit einer Brechstange zu unterbinden. Trotzdem muss auch hier ein unauffälliges Versteck geschaffen werden, an dem keine verräterischen Staubspuren enthalten sind oder eben absolut keine, was auch sofort auffallen würde. Wenn Polizeibeamte nicht das finden, was sie finden wollen, setzen sie sogar Spezialtrupps mit Suchhunden ein, die ein Grundstück komplett durchkämmen. Dabei geht natürlich die gewohnte Ordnung verloren, die unter großem Zeitaufwand wieder hergestellt werden muss. Es gibt Ratgeber, die beispielsweise erläutern, wie und wo Silber und Gold versteckt werden kann. Daraus kann man ableiten, wie mit Datenträgern zu verfahren ist.

Honigtopf

Klüger ist es daher, den Vollzugsbeamten einen Rechner zu überlassen, der nur die SSD mit dem Betriebssystem und einem Minimum an Benutzerdaten und gesammelten Gebrauchsdaten enthält. Gut geeignet sind Glary Ultilities und CCleaner, O&O ShutUp10 und Resist Surveillance. Gängige Internetbrowser können konfiguriert werden, dass sie kaum Daten von aufgerufenen Internetseiten sammeln, die nach Programmende automatisch gelöscht werden. BetterPrivacy schützt vor allem vor unlöschbaren Cookies. Solange geringe Übertragungsbandbreiten ausreichen, kann auch pureVPN für anonyme Internetverbindungen zwischengeschaltet werden.