Bolschewismus und Freimaurer: Von nun an ging's bergab!

Bild von Hans Kolpak

27. Juni 2017 | Michael Hesemann: Der 'Kampfbund Satans'?

Dass man sich aber einst in höchsten politischen und kirchlichen Kreisen Sorgen um den Einfluss der Logen machte, zeigt exemplarisch ein Dokument, das ich im vatikanischen Geheimarchiv in den Akten der Münchener Nuntiatur entdeckte. Dabei handelt es sich um einen handschriftlichen Brief des damaligen Kölner Erzbischofs Felix Kardinal von Hartmann an den apostolischen Nuntius in München, Erzbischof Eugenio Pacelli (den späteren Papst Pius XII.) vom 8. November 1918. Kardinal von Hartmann, der einer alten Beamtenfamilie entstammte, war ein persönlicher Freund des deutschen Kaisers Wilhelm II. Dieser aber, so schrieb Hartmann, sei jetzt „in großer Besorgnis“. Ein kaisertreues Mitglied der Berliner Großloge habe den Monarchen über die Pläne des freimaurerischen Groß-Orients informiert, „zunächst alle Souveräne“, auch den deutschen Kaiser, abzusetzen, „dann die katholische Kirche zu vernichten und schließlich eine Weltrepublik unter Führung des amerikanischen Großkapitals auf den Trümmern der bisherigen bürgerlichen Gesellschaft aufzurichten… Der Bolschewismus solle das äußere Werkzeug sein, die gewünschten Zustände herzustellen.“

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Mit dem erzwungenen Amtsverzicht der drei Kaiser war zumindest der erste Schritt des oben erwähnten Freimaurer-Planes realisiert worden.
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Nicht bestritten aber werden kann, dass die Freimaurerei vor fast hundert Jahren plante, was sich nachfolgend auf geradezu unheimliche Weise bewahrheitete.
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Das Hartmann-Dokument im Original-Wortlaut:

„Der Erzbischof von Cöln
Cöln, den 8. November 1918
Exzellenz!

Se(ine) Majestät der Kaiser läßt mir soeben mittheilen, daß nach ihm gestern zugegangenen Nachrichten der Groß-Orient beschlossen habe, zunächst alle Souveräne, in erster Linie ihn, den Kaiser, abzusetzen, dann die Kathol. Kirche zu vernichten (?), den Papst zu internieren etc. und schließlich eine Weltrepublik unter Führung des amerikanischen Großkapitals auf den Trümmern der bisherigen bürgerlichen Gesellschaft aufzurichten. Die deutschen Freimaurer seien dem Kaiser treu (was sehr zu bezweifeln ist!) und hätten ihn das wissen lassen.

Auch England wolle die bisherige bürgerliche Ordnung aufrecht erhalten. Frankreich und America aber ständen ganz unter der Herrschaft des Großorients. Der Bolschewismus solle das äußere Werkzeug sein, die gewünschten Zustände herzustellen. Bei der großen Gefahr, die außer der Monarchie auch der katholischen Kirche drohe, sei es nothwendig, daß der deutsche Episkopat hierüber informiert sei und daß auch der Papst gewarnt werde.“ Soweit die Mittheilung von Sr. Majestät.

Ich habe geglaubt, verpflichtet zu sein, sie Euerer Excellenz zur Kenntniß zu bringen, und muß (Eurem) weisem Ermessen überlassen, ob Sie die Mittheilung nach Rom weiter geben wollen. Das stürmische Verlangen der Sozialdemokraten, der Kaiser solle abdanken, gibt der Nachricht eine gewisse Bestätigung. Gott schütze uns und seine hl. Kirche in diesen furchtbaren Wirren! (…)

In ausgezeichneter Verehrung
Euer Excellenz ergebener
Felix Card. de Hartmann.“
(A.S.V., Arch. Nunz. Monaco d.B. 342, fasc. 13, p. 95-96)