Ist das AfD-Wahlprogamm ein Social Bot?

Bild von Hans Kolpak

Krieg der Stimmen

Pressetext:

AfD lehnt Einsatz von sogenannten social bots ab

Berlin, 23. Oktober 2016. Entgegen anderslautenden Berichten plant die AfD keinen Einsatz sogenannter social bots im Wahlkampf.

AfD-Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel sagte dazu gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir überlegen selbstverständlich, welche Tools im Social-Media-Bereich für unsere Öffentlichkeitsarbeit sinnvoll sind. Dazu gehören Analyse- oder Hilfsprogramme, die die tägliche Arbeit erleichtern könnten. Jedoch werden wir natürlich keine social bots einsetzen, die auf Seiten Dritter im Namen der AfD automatisiert posten oder ähnliches.“

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5. Mai 2017

Hammerhart - die andere Seite der Medaille:

Netzpolitik.org-Suchergebnisse für: afd balleryna

20. April 2017 | Markus Reuter - Twitter-Datenanalyse bei der AfD: Die falsche Balleryna
In einer aufwendigen Recherche und Datenanalyse haben wir die Follower und das Netzwerk des größten Twitter-Kanals aus dem AfD-Umfeld ausgewertet. Das Ergebnis: Balleryna operierte als Fake-Account und ist ein Scheinriese, der kaum deutsche Follower hat.

21. Mai 2017 | Markus Reuter - Datenrecherche: Offizielle AfD-Accounts retweeten Neonazi-Kanal auf Twitter
Offizielle Twitteraccounts der AfD retweeten nicht nur andere Parteiaccounts und rechte Medien: Unter den beliebten Kanälen findet sich auch ein Account, der im letzten Jahr einen Gewaltaufruf veröffentlichte, zur Ausschaltung einer Person aufrief und sich positiv auf den Nationalsozialismus bezog.

28. April 2017 | Markus Reuter - Auf Linie: Das inoffizielle Unterstützernetzwerk der AfD
Anhänger der AfD betreiben ein einflussreiches inoffizielles Unterstützernetzwerk. Wir haben in einer aufwendigen Datenrecherche untersucht, wen es fördert und welchen Einfluss es auf offizielle AfD-Accounts ausübt.

24. April 2017 | Markus Reuter - So wurde zum AfD-Parteitag und den Gegendemos getwittert
Luca Hammer hat sich die Tweets rund um den Parteitag der AfD und die Gegenproteste angeschaut. Die Visualisierung zeigt, wie die Twitteraccounts vernetzt sind, die einen Tweet mit dem Hashtag #koeln2204 veröffentlicht haben oder in einem solchen erwähnt wurden. Vernetzt bedeutet in dem Fall, dass sie sich auf Twitter folgen. Hammer erklärt gegenüber netzpolitik.org weitere Details: […]

18. April 2017 | Markus Reuter: Treue Gefolgschaft – so twittert die AfD
Die AfD schafft sich auf Twitter eine eigene Öffentlichkeit. Eine umfangreiche Datenanalyse von netzpolitik.org und Tagesspiegel ergibt: Die Partei spielt dabei nicht immer mit offenen Karten.

Fake News in Leitmedien

16. Mai 2017 | Fragen an fluter-Experte Dr. Götz Harald Frommholz: Machen Rechtspopulisten besseren Online-Wahlkampf?

Was ist mit Fake News? Die entsprechen auch dem Prinzip Social Media.

Stimmt. Es kommt vor, dass Leute beispielsweise einen Artikel der „Jungen Freiheit“ teilen, weil die Überschrift ansprechend ist. Weil sie keine Ahnung haben, ob das qualitativ hochwertige Informationen sind oder nicht. Viele erkennen auch nicht die politische Einstellung dahinter, weil sie den Artikel gar nicht lesen. Es kommt also vor, dass Leute Inhalte von Seiten teilen, deren politische Ansichten sie im Grunde gar nicht teilen. Das ist eine gefährliche Plattform für Fake News.

14. Dezember 2016 | Jeanette Seiffert: Meinungsmache im Netz - Wie Social Bots Falschmeldungen verbreiten

"Wir werden das definitiv im Bundestagswahlkampf sehen, höchstwahrscheinlich auch von der AfD, dass es dann natürlich Social Bots gibt, die dann AfD-Meinungen verbreiten werden. Und da muss die Partei sich gar nicht die Finger schmutzig machen in Anführungsstrichen, sondern das werden schon Leute für sie übernehmen."

Er nennt ein Beispiel aus dem Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg im vergangenen März:

"Da gab es z. B. ein Video der AfD, relativ langweilig, wo der Spitzenkandidat Herr Meuthen einfach zehn Minuten irgendwas erzählt hat, und das hat auf einmal über Nacht 80.000 Zugriffe gehabt auf Youtube. Und das ist extrem viel gewesen für ein Video, das null mobilisierend war, nicht gut geschnitten war und das keine gute Qualität hatte. Da hatte ich dann schon den Verdacht, dass da z. B. einfach Bots gekauft und bestellt wurden, um die Zugriffsraten, die Views, auf dieses Video zu erhöhen."

2016‐06‐08 ‐ kurzerklärt ‐ Wahlkampf mit Social Bots

19. Juni 2016

9. Dezember 2016 | Max Biederbeck und Chris Köver: Nach Cambridge Analytica: Was kommt auf uns zu im Wahlkampf 2017?

Dabei braucht die AfD vielleicht gar keine Bots oder Big-Data-Voodoo. Sie wird vermutlich einfach weiter das tun, was sie bisher schon erfolgreich tut: „Viele Inhalte produzieren, tagesaktuelle Share-Pics und GIFs machen und darunter ihre Positionen transportieren“, wie Richel es ausdrückt. Um die eigenen Anhänger zu mobilisieren, brauche die Partei keine tollen Daten-Tools, dafür reichten schon geschlossene Facebook-Gruppen, in denen Informationen weitergegeben und zu Aktionen aufgerufen wird. „Darin ist die AfD besser als alle anderen Parteien“, sagt Richel, „und das ist die wirkliche Gefahr.“

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Doch dazu braucht es selbstbewusst auftretende Parteien, zumindest das hat die CDU auf ihrem Parteitag in Essen der Öffentlichkeit zeigen wollen. Thomas Jarzombek ist in der CDU-Bundestagsfraktion für die Digitale Agenda zuständig. Er glaubt, Parteien müssen eine eigene Schwäche im kommenden Wahlkampf überwinden – und konkrete Botschaften übermitteln. „Wir brauchen uns nicht durch die einschüchtern zu lassen, die neu auf dem Platz sind“, sagt er, und: „Das Wahlplakat mit Pauschalaussagen ist tot“. Stattdessen werde sich die CDU auf Einzelthemen fokussieren und diese gezielt vermarkten. „Wir müssen die Themen an den Mann bringen, die bisher im Wahlprogramm untergegangen sind, das kann Social Media durchaus.“

Das AfD-Wahlprogamm

Unabhängig von dem, was im AfD-Wahlprogramm steht, ist die festgefügte Weltsicht der AfD-Gegner kaum zu erschüttern, oder?

Programm zur Bundestagswahl, beschlossen auf dem Bundesparteitag in Köln am 22./23. April 2017

Link zu den Pressetexten der Bundes-AfD, die ich verteile.

Warum also habe ich die Frage aufgeworfen, ob das Wahlprogramm der Alternative für Deutschland ein sozialer Roboter, ein social bot, ist? Die Wirkungen dieser kleinen Programme erschließen sich nur Informatikern, die sorgfältig eine Analyse planen und durchführen.

Bei der Recherche zu diesem Artikel wurde ich darin bestätigt, welchem eingeengten Weltbild die meisten Menschen folgen und wie stark die Scheuklappen wirken, die sie seit Jahrzehnten tragen. Dementsprechend haben sich die Gehirne und die Lebenswege entwickelt. Da gibt es keinen Weg mehr zurück!

Das Wahlprogramm enthält völlig normale Prinzipien, gesetzestreue Ansichten und bewährte Lebenserfahrungen, die jedoch im Rahmen der Umerziehung bei den meisten Menschen zerstört worden sind. Nur der Tod und gewaltige Zwänge werden hieran etwas ändern können.

Kein Diskurs, keine Debatte und keine Wahl kann die Eigendynamik aufhalten, die 1918 durch Lügen begann und durch Umerziehung 1945 an Fahrt aufgenommen hat. 1968 begann der Marsch durch die Institutionen und 1990 wurde die Verblendung auf höchster politischer Ebene vollendet.

So etwas wie zwölf Jahre Merkel ist nur noch die traurige Bestätigung eines Zerfalls und einer Dekadenz, die sich wie Gangrän durch den Volkskörper gefressen hat.

Wenn Social Bots echt wären | 3 Arten von Social Bots | #DieDebatte

10. Juni 2017 | Social Bots - programmierte Fake-Accounts, die sich auf Facebook oder Twitter als echte user ausgeben. Aber welches Ziel verfolgen die Programmierer dieser Social Bots? Und warum sollten wir uns dafür interessieren?

In diesem Video werden 3 Arten von Social Bots vorgestellt und wie es wäre, wenn es solche Bots auch im realen Leben geben würde :)