Trends

Bild von Hans Kolpak

tragic end or trend?

Virtuelle Wahrnehmungen

Ist ein tr-nd ein virtueller Trend, weil man sich das e mittendrin dort vorstellen muß, wo sich der Bindestrich befindet? Die menschliche Wahrnehmung ist stets virtuell, weil durch geteilte Aufmerksamkeit des Gehirnes Wahrnehmungslücken entstehen. Ausgleichend denkt sich ein Mensch aus Bruchteilen ein zusammenhängendes Etwas aus - egal, ob es stimmt oder nicht.

Was spielt sich ab, wenn tatsächlich etwas fehlt, wie zum Beispiel der komplette Bogenverlauf des kleinen e ? Für die einen ist das, was übrig ist, ein Bindestrich, für die anderen ein Minuszeichen. Wieder andere sehen ein e dort, wo keines steht.

   e     tr-nd.de

Wer hat recht? Darum geht es auf tr-nd.de . Unserem Leben fehlt etwas. Wir brauchen Trends, um unsere Lücken zu füllen. "Eins, zwei, drei, im Sauseschritt! Es eilt der Trend [die Zeit], wir eilen mit!" Gerne erinnere ich an Wilhelm Busch, der noch mit der Zeit zufrieden war. Er brauchte keine Trends.

Hauptsächlich befriedigt jeder seine Wahrnehmung anhand seiner Weltsicht. Schließlich soll das Leben nicht unnötig kompliziert sein. Kommt Ihnen etwas bekannt vor? Peng! Die Falle schnappt zu! Sie schauen nicht mehr genau hin!

Trends werden geschaffen

Auf tr-nd.de untersuche ich, wie Trends entstehen. Sobald es gelingt, virtuelle Wahrnehmungen zu bündeln, ähneln sich auch die daraus entstehenden Verhaltensweisen. Ein Trend ist da, geboren durch Medien!

Marketing-Strategen brauchen Trends, um etwas zu verkaufen. Klappt es, dann war es egal, ob was stimmte oder wie etwas funktionierte - Hauptsache, die Kasse klingelte laut genug, auch wenn sie inzwischen nur noch piept! Zeit ist Geld! Wie vorausschauend waren Menschen noch vor 38 Jahren! Das geflügelte Wort "Bei Dir piept es wohl!" ist heute aus der Alltagssprache verschwunden. Alle haben sich mit dem Piepen abgefunden. Sollen wir etwa bescheuert sein und es nicht einmal merkeln?

Was bewegt Trendsetter?

Ist Mathias Rust ein Trendsetter? Vielleicht, weil er nicht nur ein Flugzeug bewegt hat, sondern am 28. Mai 1987 die Aufmerksamkeit von Menschen auf verkrustete Machtstrukturen gelenkt hat. Hat er Michail Gorbatschow auf die Idee gebracht, das Lied von Glasnost = Offenheit und Perestroika = Umbau anzustimmen? Die Antwort werden Sie kaum in Mathias Rusts Gesicht finden, nicht etwa, weil ihm Pokern nachgesagt wird.

"Erst einmal wollte ich mit diesem Flug den Weltfrieden fördern, und das zweite Ziel war, dass ich die Verständigung zwischen unseren Völkern ebenfalls durch diesen Flug fördern möchte." Aha! Globalismus pur! Jetzt haben wir den Salat! Meine Schlappen sind aus China und ich bin froh, wenn ich noch kostendeckend wirtschaften kann. Danke Mathias!

"Wenn ich den Einflug in die Sowjetunion auf eine Art und Weise nehmen würde, dass ich also eine Erlaubnis für diesen Flug hätte, würde ich nicht die Resonanz weltweit erreichen, wie ich sie somit erreicht habe. Die Resonanz ist, meine ich, für das Ziel, das ich habe, voll da. Und es hat sich gelohnt, dafür herzufliegen." So so! Hat er damals schon an die Ausbeutung der DDR-Bürger durch böse westliche Kapitalisten gedacht? Wohl kaum. Das fette rote Komma stammt von mir. "Erweiterter Infinitiv!" hat mein Deutschlehrer, der beste von allen, gesagt.

Was treibt Trendforscher vorwärts?

Ist Prof. Holger Rust noch ein Trendforscher, wenn er doch als Kritiker derselben bekannt ist? Vielleicht, weil er sinnvolle Analysen abliefert und seine Studenten praxistauglich qualifiziert?

Was bedeutet virtuelles Denken schon im Vergleich zur Fähigkeit, im Kaffeesatz zu lesen oder Handlinien zu interpretieren, um Zusammenhänge herzustellen? Wenn in China ein Sack Reis umfällt, kann sich die Erschütterung durchaus zu einem Erdbeben aufschaukeln, das die Berliner Mauer am Brandenburger Tor zu einem Klettergerüst erniedrigt. Was, Sie glauben solchen Quatsch nicht? Brauchen Sie auch nicht, denn Trendforscher können nur vergangene Entwicklungen analysieren, um Prognosen aufzustellen. Mehr ist einfach nicht drin.

Die Kasse muß laut klingeln, bzw. piepen

Doch die Neugierde bleibt. Wo läßt sich ein Geschäft machen? Marketing-Strategen bemühen Trendforscher, als ginge es darum, die Schwachstellen von potentiellen Kunden aufzuspüren, um ihnen systematisch und dauerhaft Geld aus der Tasche zu ziehen. Das Spiel wird penetrant gespielt, als seien Menschen programmiert, mit den Wölfen zu heulen oder den blökenden Schafen zu folgen. Tu dies, erledige das auch noch, gib mir Dein Geld und laß mich in Ruhe. "Support leiste ich nur, solange ich Zeit und Lust habe!" Wer kennt nicht die genialen Glücksritter, die von Nachfrage überrollt werden, ohne zu wissen, warum es geschieht?

Im Schatten eines Erfolges gibt es circa 99 gescheiterte Versuche und verkrachte Existenzen, die ärmer dran sind als vor ihrer Selbständigkeit, weil sie bis zum letzten Hemd an ihr eigenes Glück glaubten - wie 99 Luftballons, die aufsteigen und zerplatzen.

Ein Trend ist nichts weiter als eine Worthülse, mit der allein sich bereits gute Geschäfte machen lassen. Marketing-Strategen brauchen Werbetexter wie Katholiken den Papst - und umgekehrt. Deshalb steht diese Seite im Netz.

Sobald es ein internettes Echo gibt, dann hauen auch wir auf den Putz: Internetdoping im Schreibstall ist dann angesagt! Schließlich ist es cool, wenn Leute Spaß haben und dafür Ihre Kohle hergeben. Ohne Reue, versteht sich!

Neue Trendsetter braucht das Land! Egal, wie sie heißen! Mathias hatten wir schon!

Mathias Rust und die Folgen

5. August 2012 | 25 Jahre Mathias Rust - Film der ARD vom Mai 2012, in dem zusammengefasst wird, was Rust am 28. Mai 1987 mit seinem Flug nach Moskau und seiner Landung auf dem Roten Platz getan und bewirkt hat.