Kommunikation: Einander achten und Verstehen

Bild von Hans Kolpak

Wenn etwas leicht zu lesen ist,
dann war es schwer zu schreiben.

Enrique Jardiel Poncela

spanischer Humorist

Mag schon sein, daß Poncela vom Standpunkt eines gewandten Schriftstellers aus zu dieser Schlußfolgerung kam. Aber wie verhält es sich mit Zeitgenossen, die von gezielter Auffassungsgabe und lebenswichtigem Denkvermögen durch verführerisches Fernsehen und leicht zugängliches Mobiltelefonieren zu schleichender Desorganisation und wachsender Unkonzentriertheit mutierten?

Ist es Ihnen schwergefallen, meine Frage zu lesen und zu erfassen?

Der schreibenden Zunft die zunehmende Verblödung zivilisierter Menschen zuzuschreiben, ist ungerecht. Ein Sprachgenie wie Friedrich Schiller schuf Wortgemälde, die noch heute zum Lesen reizen und Vorstellungskraft entfachen wie ein loderndes Feuer, das schnell um sich greift.

Was bewirkt, daß ein Mensch von mittelmäßiger Bildung und mit durchschnittlichem Interesse der Zugang zu anspruchsvollen Texten mißlingt? Ist eingetreten, was ängstliche Erwachsene schon in den Sechziger Jahren befürchteten, als sie vor den Folgen des Fernsehkonsums warnten? "Deine Phantasie geht verloren, wenn Dir nur fertige Bilder präsentiert werden!"

Unbestritten ist inzwischen die Wirkung von gepulsten Hochfrequenzen auf menschliche und tierische Zellen. Der Streit entfacht sich nur am Ausmaß der Wirkungen. Der Heilpraktiker und Autor Henning Müller-Burzler stellt fest: "Diese Symptome werden in der öffentlichen Diskussion jedoch bisher immer noch als relativ 'harmlos' dargestellt, da sie auch durch viele andere Krankheiten oder Faktoren ausgelöst werden können."

Meine Internetangebote müssen gelesen werden, um verstanden zu werden. Jedoch bin ich täglich mit Kunden und Kooperationspartnern beschäftigt, die meine geschriebenen Worte nicht erfaßt haben, während andere es schaffen. Mitunter gelingt es mir nicht einmal, Mißverständnisse und Fehler aufzuklären und auszuräumen. Ich vermute, mit dumm und intelligent allein hat das nichts zu tun. Da ist sicher mehr, als ich zu ahnen wage.