Erich Kästner - politisch korrekt?

Bild von Hans Kolpak

Analog zu den Holocaustleugnern bräuchten wir jetzt noch Kulturleugner. Gewisse Kreise leugnen permanent, dass all die migrierenden Fachkräfte, die deutsche Kultur bereichern, über keine eigene Kultur verfügen. Dabei ist es so schön anzusehen, wenn sie singen, tanzen und deutsche Behördenmitarbeiter an der Nase durch die Manege des Politzirkus führen. Gleichzeitig klatschen Politik-Kabarettisten Beifall mit ihren Solidaritätsadressen, wenn mal wieder ein Schweineschädel ein Moscheegelände verunreinigt hat.

14. November 2013 | Neu nachgedacht: Platzangst

Wenn Erich Kästner all dies noch miterleben würde, bräuchte er sich nicht Tag und Nacht im Grab umdrehen. Er brachte es oft genug auf den Punkt:

Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!

Erich Kästner, Schriftsteller, 1899 - 1974

"Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing!" ist der Leitspruch der Gutmenschen, die politisch korrekt publizieren. Erich Kästner war keiner von diesen, denn er ist erhaben über den Verdacht, ein Altnazi zu sein, wurde er doch aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und seine Bücher öffentlich verbrannt.

Es braucht schon einen mehr oder weniger ausgeruhten Geist, um kreative Genialität zu entfalten, die den eigenen Tod überdauert. Würde ich zehneinhalb Stunden täglich stehend und laufend in einer lärmenden staubenden Fabrikhalle um ein Fließband tanzen, so wäre ich am Abend so platt, daß ich ohne innere Widerstände politisch korrekte Gedanken pflegen, Sätze schreiben und Worte sprechen würde. Wie ein Gehirnamputierter würde ich grinsen und schweigen. Der Fluch ist: Ich weiß, wie es in einer Fabrik zugeht. Und es hat mich erzürnt, von dem Geist dort ergriffen und niedergezwungen zu werden, so daß mir das freie Entscheiden und das schöpferische Denken abhandenzukommen drohte.

War Günther Grass noch politisch korrekt, als er in seinem Roman "Im Krebsgang" im Jahre 2002 deutsche Menschen als Opfer beschrieb? Ziemlich unerhört, oder? Argumentierte Henryk M. Broder in Jahre 2006 politisch korrekt, wenn er Günther GraSS kritisiert? Wer blickt da noch durch, wenn das in Talk-Shows so beliebte Hauen und Stechen, wegen des Unterhaltungswertes redaktionell angeheizt, auch im Internet intensiv gepflegt wird?

Nein, nein, nein - das ist alles politisch inkorrekt! Politisch korrekt sind die Deutschen, die bis heute auch als Söhne, Enkel und Urenkel schwer an der Bürde tragen, Kriegsverbrecher und Kriminelle zu sein. Basta! Wer das anders sieht, ist ein Neonazi und gehirngewaschen, "brain washed" wie die Gutmenschen auf der grünen Insel wohl wissen. Die Besatzungsmacht der Briten kennt keine dunklen Seiten in ihren Geschichtsbüchern. Warum auch? Sie führte einen guten Krieg, einen "good war", gegen den bösen Schauspieler Adolf Hitler und all die Schurken, die um ihn waren. Gutes wird unterschlagen, Schlechtes wird hinzuerfunden.

Schauspieler leben international in ihren Rollen die Abgründe ihres menschlichen Wesens aus. Sie zeigen Gefühle - in Hollywood dürfen sie das. Aber in Deutschland ist solcherlei verpönt. Hier gibt es das Regietheater und die Persönlichkeit der Filmschauspieler muß sich der Diktatur der Regisseure unterordnen. Das ist politisch korrekt. Es wimmelt unter uns Gutmenschen nur so von Betroffenheitsfanatikern und Bedenkenträgern, die schwer gebeugt und schuldbewußt durchs Leben schleichen.

Jeden Europäer, den sie auf der Straße treffen, quatschen sie in vorauseilendem Gehorsam schräg an: "Willste ma nen Euro?" Und wie sie alle wollen! Unsere europäischen Nachbarn in der Europäischen Union haben immer eine offene Hand dabei für einen guten Deutschen, der seine Euronen und seine Würde unters Volk streut ohne eine Gegenleistung zu erwarten und zu erhalten.

Unseren europäischen Nachbarn geht es sehr gut mit unserer politisch korrekten Mentalität und sie brauchen die andere vorgehaltene Hand, um über so viel Blödheit über so viele Jahre hinweg zu lachen. Ja, hinter vorgehaltener Hand lachen sie über uns, weil wir politisch so verdammt korrekt sind! Deswegen brauchen wir weder einen Friedensvertrag noch eine Verfassung. Es genügt uns, politisch korrekt zu denken und zu handeln.

Für was gibt es den Artikel 146 im Grundgesetz? Etwa, damit das Volk im Jahr 1990 darüber abstimmt, ob es eine Verfassung haben will oder nicht? Das war ja noch nie da! Artikel 146 lautet: "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Nichts hat sich geändert

Mag. Klaus Goldmann schreibt am 24. Januar 2015: "Herr Mag. Staudinger zeigt mit seinem Leserbrief wieder einmal unsere typischen Eigenschaften auf. Wir sind gutgläubig und harmonisch und wollen, dass alle Menschen ein angenehmes Leben haben, Konflikten gehen wir aus dem Weg, versuchen alles schönzureden, indem wir auch diejenigen für Probleme verantwortlich machen, welche überhaupt erst darauf hinweisen. Diese Charakteristiken, die schon Napoleon und Bismarck bei uns feststellten, werden aber leider von anderen als Schwäche ausgelegt. In anderen Kulturkreisen zählt nur der, der sich wehrt und Stärke ausstrahlt. Schwächlinge werden nicht geduldet. Nur die gutherzigen Deutschen und Österreicher können nicht aus ihrer Haut, und ihre angeborene Neigung zur Xenophilie führt unmittelbar dazu, dass sie sich selber und vor allem ihren Kindern Schaden zufügen. Napoleon meinte, die Deutschen würden ihre eigenen Landsleute mehr verfolgen als ihre eigentlichen Feinde. Na ja, es scheint so, dass sich seit 200 Jahren nichts geändert hat. Ganz im Gegenteil!"

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5. November 2016 | "Die Proteste in Sachsen stammen nicht von einer Minderheit, sondern sind die Spitze des Eisberges."
"Ich verbitte mir so ne Art von Propaganda! Das mag ich auch nicht!"