Der Klimaschutz ist tot! Es lebe der Klimaschutz-Dialog!

Bild von Hans Kolpak

Siehe auch: Lügen ohne Ende: So wird die Normalität zur Klimakatastrophe

14. August 2013 | Jochen Clemens: Das schmutzigste Gewerbe der Welt bleibt auf Kurs

4. Mai 2017 | Traumurlaub Kreuzfahrtschiff? Naturschützer und führende Lungenärzte warnen vor hoher Abgasbelastung an Deck

31. Oktober 2016 | Prügelknabe Autoindustrie: Der Skandal beim Klimaschutz

Insofern ist ein Verbot der Produktion und des Kaufs von neuen Benzin- und Dieselautos in Deutschland ab 2030 schlichter marktwirtschaftlicher Unsinn.
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Ein Problem bleibt: Die Autoindustrie steht immer allein in der Abgas-Schmuddelecke - und das zu Unrecht. Wenn die Politik es mit dem Umweltschutz ernst meint, muss sie dringend die 90.000 Handels- und Touristik-Schiffe, die heute mit Schweröl als Treibstoff auf den Meeren kreuzen und völlig unbehelligt die Umwelt belasten können, einbeziehen und dort die Abgaswerte erheblich verschärfen.

Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide aus als die ganze Pkw-Flotte der Welt. Und: Laut Naturschutzbund (Nabu) schafft kein einziges der luxuriösen Kreuzfahrtschiffe die Abgasnormen, die für Autos oder Lastwagen schon lange gelten. Ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt stößt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf gleicher Strecke, 200 Kreuzfahrtschiffe nehmen es also mit der gesamten Pkw-Flotte der Welt auf. Laut Weltenergiekonferenz emittieren die 400 größten Containerschiffe der Welt so viel C02 wie alle Pkw der Welt zusammengenommen. Es gibt also viel zu tun, aber eben nicht nur für die Autoindustrie.

Der Euro ist geschützt und gerettet, die Pfingstsonne brachte sommerliche Gefühle zum Vorschein und jetzt darf wieder gegen das Klima gewettert werden. "Anlässlich des heutigen 'Klimaschutzdialoges Wirtschaft und Politik' hat sich Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen in Berlin für eine 'intelligente Klimaschutzpolitik' ausgesprochen."

Ein Spitzentreffen war es, an dem neben den großen Wirtschafts- und Energieverbänden auch die Unternehmen Allianz, Metro, Siemens und Viessmann teilnahmen. Gibt es denn Zweifel, ob das Klima willig ist, sich dem deutschen 2-Grad-Diktat zu beugen? "Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und Industrie wird das Bundesumweltministerium mit dem Klimaschutzdialog bis Ende 2010 zentrale Maßnahmen des 'Integrierten Energie- und Klimaprogramms' (IEKP) auf den Prüfstand stellen." Immerhin wird ein Programm geprüft. Das hört sich schon einmal technisch an.

"Allein durch seine energetische Sanierung könnte der halbe Weg zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung für 2020 bestritten werden." Oha! Kein Wort zum Kohlendioxid, das die vielen Schimmelpilze absondern, die in dampfgesperrten, ungelüfteten Räumen gedeihen, das Gesundheitssystem finanziell belasten und die Mauerwerke zerstören.

Eine Studie zu den Instrumenten der Klimaschutzpolitik provozierte schließlich ein glorreiches Schlußwort: "Wir brauchen einen intelligenten Instrumentenmix, um klimafreundliche Technologien zeitnah entwickeln und zur Marktreife bringen zu können.".

Wenn wir offensichtlich intelligente Aktivitäten entfalten sollen, was war denn das bisher Geleistete? War es etwa weniger intelligent?

WISO l Traumurlaub Kreuzfahrt - Sonnendeck mit Schattenseiten l 01.05.2017 [HD]

2. Mai 2017 | Kreuzfahrten boomen: 2016 machten mehr als zwei Millionen Deutsche Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Ein neuer Rekord. Doch wie sieht es an Bord mit Arbeitsbedingungen sowie Umwelt- oder Sicherheitsstandards aus?