Chefreporter der Wirtschaftswoche zerreißt Außenminister der Freien Demokratischen Partei

Bild von Hans Kolpak

Es gehört zur demokratischen Streitkultur, sich als Mandatsträger mit Regierungsverantwortung den Sperrfeuern parlamentarischer und öffentlicher Kritik zu stellen. Aus irgendeinem Grund hat es Guido Westerwelle wesentlich schwerer als Hans-Dietrich Genscher. Vielleicht liegt es daran, daß er einfach nur sachlich argumentiert, statt Märchen zu erzählen und Mythen zu etablieren.

Die Kritik der Wirtschaftswoche am 8. Januar 2010 ist nicht gerade von Pappe. "Liberales Legoland" titelt Dieter Schnaas und findet damit bei seinen Lesern nicht nur ablehnende Meinungen.

Eine Legislaturperiode ist recht kurz, doch lang genug für Regierungsparteien und die Bundesländer im Bundesrat, um im Gesetzgebungsverfahren prägende Spuren zu hinterlassen. Das dämpft über die Jahrzehnte gesehen das Hü-Hott durch Regierungswechsel erheblich.

Der satirische Text von Dieter Schnaas wäre daher nach seinen eigenen Maßstäben niemals als Leitartikel durchgewunken worden, doch als überzeichnender Blogbeitrag sind die Spitzen berechtigt.

Kann das Herumbrüllen in parteiinternen Veranstaltungen noch einen angemessenen Führungsstil beschreiben, der sich für einen Juristen ziemt? Uns wird heute suggeriert, daß Charlie Chaplin herumgebrüllt hat, als er den Schauspieler Adolf Hitler verkörperte. Und die von Leni Riefenstahl produzierten Filme sparen diesen Aspekt einer schillernden Künstlerpersönlichkeit auch nicht aus.

So bleibt abzuwarten, wie sich das Publikum 2013 verhält, wenn die nächsten Bundestagswahlen anstehen.